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Schleswig-Holstein Justus Frantz zu Problemen mit Justiz
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19:30 10.03.2019
Von Niklas Wieczorek
Der 74-jährige Justus Frantz aus Hohensalza (Schlesien) wuchs nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem ostholsteinischen Gut Tesdorf auf. Quelle: Marco Ehrhardt (Archiv)
Kiel

Der Haftbefehl, so berichtet es "Der Spiegel", wurde im Oktober von einer Richterin des Hamburger Landgerichts erlassen, um von dem 74-jährigen Frantz eine Vermögensauskunft zu erzwingen – nachdem er kurz zuvor einer Gerichtsvorladung nicht gefolgt war. Die sollte zur Aufklärung der Zahlen der World Peace Philharmonia of the Nations GmbH beitragen. Doch Frantz führte diese Gesellschaft da schon gar nicht mehr, sondern hatte sie dem Bericht zufolge einem in Insolvenzfragen erfahrenen Experten aus Thüringen übertragen. Der habe am Tag des Haftbefehls Insolvenzantrag gestellt.

Russische Sponsoren sollten helfen

Dass es überhaupt um die Finanzen der Orchesterfirma ging, war wohl auf ausbleibende Zahlungen an einen Chor aus Litauen zurückzuführen, der auf Frantz’ Vermittlung 2018 in Wuppertal und Bielefeld auftrat. Das bestreitet Frantz gar nicht: "Gezahlt wurde offenbar bis heute nicht", schreibt er in einer Stellungnahme an KN-online. Frantz sieht sich wohl als Opfer eines früheren Partners B. Dieser habe Frantz nach ersten Gesprächen vor etwa drei Jahren angeboten, Hauptsponsoren für die Philharmonie zu akquirieren und das Management zu übernehmen.

Neben fälschlicherweise mit anderen Firmen geschlossenen Verträgen sei das Zahlungschaos auch auf Verzögerungen durch Feiertage zurückzuführen gewesen, habe Frantz von B. erfahren. Schließlich sollen auch noch politische Querelen eine Rolle gespielt haben: "Mir sowie Lieferanten wurde durch B. erklärt, dass aufgrund der Sanktionen gegenüber Russland das in Österreich [...] eingetroffene Sponsoring eingefroren und bald verfügbar sei." Frantz habe erneut privat vorgestreckt und auf die Zuständigkeit von B. auch in Gesprächen mit dem Gerichtsvollzieher vertraut.

B. hat sich mit Frantz überworfen

Dem "Spiegel" zufolge behauptet B., tatsächlich russische Sponsoren an der Hand gehabt zu haben – diese hätten aber nicht wie besprochen gezahlt. Er selbst sei entsprechend ein Opfer. "Mit Frantz", sagt er, wolle er "nie wieder etwas zu tun haben". Wer welche Verantwortung trägt, entscheidet jetzt die Hamburger Justiz. Laut Gericht ist der Haftbefehl zwar während des Insolvenzverfahrens außer Vollzug gesetzt – die Pflicht zum Offenbarungseid für Frantz jedoch bleibt.

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