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Schleswig-Holstein Über 400.000 Euro gespendet: Die Hilfe der Leser kommt an
Nachrichten Schleswig-Holstein Über 400.000 Euro gespendet: Die Hilfe der Leser kommt an
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20:23 08.05.2020
Von Christian Longardt
links oben: Martina B. (41) mit ihren Kindern | rechts oben: Haus der Familie, v.l. Domenica Psiok, Barbara Klöpfer, Asli Akgül - Haus der Familie, Kiel-Gaarden | links unten: Nadine Dolasse ist alleinerziehende Mutter und hat jetzt in Coronazeiten besondere Probleme, eine der Töchter gehört zur Risikogruppe, die besonders vor Ansteckung mit Corona geschützt werden muss. | rechts unten: Rosana Nicolo; Frühe Hilfen, Diakonie Alt Holstein in Bad Bramstedt, 24.4.2020
links oben: Martina B. (41) mit ihren Kindern | rechts oben: Haus der Familie, v.l. Domenica Psiok, Barbara Klöpfer, Asli Akgül - Haus der Familie, Kiel-Gaarden | links unten: Nadine Dolasse ist alleinerziehende Mutter und hat jetzt in Coronazeiten besondere Probleme, eine der Töchter gehört zur Risikogruppe, die besonders vor Ansteckung mit Corona geschützt werden muss. | rechts unten: Rosana Nicolo; Frühe Hilfen, Diakonie Alt Holstein in Bad Bramstedt, 24.4.2020 Quelle: Frank Scheer, Frank Peter, Ulf Dahl, Einar Behn
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Damit wird vor Ort konkret geholfen: So wurden inzwischen Gutscheine für Lebensmittel und Kleidung im Wert von 26.000 Euro an Familien mit Kindern ausgegeben.

„Selten haben wir eine so hohe Bereitschaft erlebt, mit Spenden anderen Menschen helfen zu wollen“, sagt Landespastor und Diakonie-Vorstand Heiko Naß. „Das ist ein großartiges Signal gelebter Solidarität in Schleswig-Holstein – wir stehen zusammen auch in Zeiten des Abstandes!“ Mit den Spenden – bis Freitagmorgen exakt 402.000 Euro – könnten nun Familien schnell und unbürokratisch unterstützt werden.

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Unter #SHbleibtstark bündeln wir Initiativen und Hilfsangebote aus der Region, unterteilt in vier Kategorien:

Die Themenseite zu #SHbleibtstark finden Sie hier.

#SHbleibtstark: Großer Dank an die Spender

Die Familien, denen bereits geholfen werde konnte, seien sehr dankbar, berichtet Pastor Naß. „Das ist oft sehr berührend. Diese große Dankbarkeit möchten wir an die vielen Spenderinnen und Spender weitergeben.“

Wie berichtet, hat es zwei Großspender gegeben, die anonym bleiben wollen: Sie haben insgesamt 200 000 Euro überwiesen. Daneben gibt es aber mittlerweile mehr als 1400 einzelne Spenden, im Durchschnitt wurden rund 140 Euro gegeben – ein vergleichsweise hoher Wert, so die Diakonie, deren Spendentelefon kaum stillsteht. Dort melden sich vor allem Menschen, die Hilfe suchen.

Wegen der enormen Resonanz hat sich die Diakonie nach Angaben ihres Sprechers Friedrich Keller entschieden, die ursprünglich nur für drei Wochen geplante Hotline weiterhin offenzuhalten.

10.000 Euro für ganz konkrete Alltagshilfen

Neben den Gutscheinen für Lebensmittel und Kleidung wurden bisher weitere knapp 10.000 Euro in konkrete Hilfe investiert: Dabei geht es um Unterstützung, wenn Mieten oder Stromrechnungen nicht gezahlt oder Rechnungen zum Beispiel für die dringende Reparatur einer Waschmaschine nicht beglichen werden können.

„Außerdem konnten wir Familien Equipment für den Onlineunterricht ihrer Kinder zur Verfügung stellen, etwa Laptops. Dazu wurden neuwertige Geräte angeschafft oder auf die ebenfalls eingehenden Sachspenden zurückgegriffen“, berichtet Keller.

Bereits jetzt liegen zahlreiche weitere Hilfegesuche im Wert von mehreren Zehntausend Euro vor, die in den kommenden Tagen bearbeitet werden sollen. Keller: „Wir gehen davon aus, dass die Zahl der wegen der Krise in Not geratenen Familien weiter ansteigt. Auch wenn die Einschränkungen jetzt zunehmend gelockert werden, werden sich die Auswirkungen von Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, fehlendem Schulunterricht und Schulessen sowie gestiegenen Preisen für Lebensmittel fortlaufend verstärken.“

Weitere Spenden sind herzlich willkommen

Insofern wird nicht nur das bisher eingegangene Geld dringend benötigt – auch um weitere Spenden wird herzlich gebeten.

#SHbleibtstark: Spenden, helfen und Unterstützung finden

Mit dem Projekt #SHbleibtstark will unsere Zeitung den Zusammenhalt in der Krise und darüber hinaus fördern. Auf KN-online bündeln wir alle Hilfs- und Unterstützungsangebote. Zudem haben wir gemeinsam mit der Diakonie Schleswig-Holstein eine Spendenaktion für bedürftige Familien mit Kindern gestartet. Oft fehlt das Geld für ein Mittagessen, weil Schule, Hort und Kita geschlossen sind. Manchmal mangelt es an Babykleidung, Hygieneartikeln oder einer Prepaid-Karte für den digitalen Unterricht.

Wer in Not geratenen Familien helfen möchte, kann hier spenden: Diakonisches Werk Schleswig-Holstein bei der Evangelischen Bank eG unter der IBAN: DE 48 5206 0410 0406 4038 24, Stichwort: Corona-Familienhilfe. Für eine Spendenbescheinigung geben Sie bitte Ihren Namen und Ihre Adresse an.

Unter der Nummer 0800-7662476 ist ein kostenfreies Service-Telefon geschaltet (Mo-Do von 9-12 Uhr und 13-16 Uhr, Fr von 9-13 Uhr).

Außerdem erarbeite die Diakonie mehrere nachhaltige Projekte, so Keller. Es gehe um Angebote, die Kinder aus benachteiligten Familien bei fehlendem Präsenzunterricht unterstützen sollen und alternative Beratungsangebote, die „wegfallende Face-to-Face-Beratungen kompensieren sollen“. Diese Projekte werden im Sommer starten.

„In persönlichen Gesprächen mit Spenderinnen und Spendern erfahren wir, wie sehr sie das Schicksal der Familien berührt, die wegen der Corona-Krise in eine Notlage geraten“, sagt Landespastor Naß. Er dankt allen, die die Aktion bisher unterstützt haben – und unsere Zeitung schließt sich diesem herzlichen Dank an. Wir werden auch weiterhin ausführlich berichten.

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Niklas Wieczorek 08.05.2020