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Schleswig-Holstein Klimawandel begünstigt Massen-Vermehrung
Nachrichten Schleswig-Holstein Klimawandel begünstigt Massen-Vermehrung
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06:00 07.02.2019
Von Heike Stüben
Förster Jörn Winter von der Försterei Bordesholm zeigt Schäden durch den Borkenkäfer. Unter der Rinde warten die weißen Larven auf wärmeres Wetter. Quelle: Ulf Dahl
Neumünster

Birger Bosse von den Landesforsten Schleswig-Holstein ist ein besonnener Mann, der nicht zu Übertreibungen neigt. Doch wenn der Waldbauexperte über die Massenvermehrung der Borkenkäfer spricht, dann benutzt selbst er Worte wie Drama und drohende Katastrophe.

Borkenkäfer mögen Hitze und Dürre 

Dabei gehört der kleine Käfer für Birger Bosse erst einmal zum Ökosystem Wald. „Ich sehe da erst mal nicht den Schädling. Denn ein paar einzelne Käfer können einer Fichte eigentlich nichts anhaben“, sagt der 54-Jährige. Doch bei Extremwetter wie 2017/2018 kommt es zur massenhaften Vermehrung. „Da kann sich die Population in einem Jahr vertausendfachen“, erklärt Bosse. „Wenn 50 bis 100 Käfer einen Baum zum Absterben bringen können, kann man sich vorstellen, was das bedeutet. Da sterben selbst gesunde Bäume ab.“

Abfuhr-Kapazitäten fehlen

Damit sich das 2019 nicht fortsetzt, holen Forstwirte und Forstunternehmen mit Hochdruck das befallene Holz aus den Wäldern. Problem: Die Abfuhrkapazitäten sind zu gering. Wird das Holz mit den Larven aber nicht rechtzeitig entfernt, können ab März massenhaft Käfer ausfliegen. „Wir starten also an einem extrem dramatischen Punkt“, sagt Bosse und will nicht mehr ausschließen, dass auch ausnahmsweise Pestizide eingesetzt werden. Den Einsatz fordert der Waldbesitzerverband seit längerem. 

Mischwälder sind robuster

Jan Winter (52) vom Landesforsten-Revier Bordesholm hat in seinem Revier vergleichsweise mäßige Einbußen durch Borkenkäfer. „Die Schäden sind geringer, weil hier kaum reine Nadelbaumbestände sind. Deshalb bauen wir die Landesforsten auch gezielt zu Mischwäldern oder reinen Laubwäldern um.“ Für Birger Bosse hat das weitere Vorteile: „Mischwälder halten besser Stürmen stand und sie kommen mit Hitzestress und Wasserknappheit deutlich besser zurecht als reine Monokulturen.“

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