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Schleswig-Holstein Wolf hat Schutzzaun überwunden
Nachrichten Schleswig-Holstein Wolf hat Schutzzaun überwunden
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07:00 21.12.2018
Diese Wölfe sind im Wildpark Eekholt bei Großenaspe eine Attraktion. Ihre in freier Wildbahn lebenden Artgenossen sind in diesem Jahr in Schleswig-Holstein bereits für 75 Riss-Ereignisse verantwortlich. Quelle: Carsten Rehder/ dpa (Symbolfoto)
Westerhorn

„Am Tag, als der Rissgutachter vor Ort war, war der Zaun in einem ordnungsgemäßen Zustand“, sagt Martin Schmidt, Sprecher des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR). Vermutlich sei der Wolf über den Zaun gesprungen. Der Vorfall hat jedoch keine unmittelbaren Konsequenzen. „Es gibt keine Überlegungen für einen Abschuss“, so Schmidt. Dies sei ohnehin erst möglich, wenn in einem Areal ein Tier mehrfach einen Schutzzaun überwinde. „Dass Wölfe über die Schutzzäune springen, kennen wir aus anderen Bundesländern“, sagt Marcus Börner, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein. Einige Tiere ließen sich durch den Zaun vielleicht abschrecken. „Aber wenn sich ein Wolf auf Schafe spezialisiert hat, dann geht er auch über den Zaun.“

Auch in Molfsee bestätigte die DNA-Analyse den Wolf-Verdacht

Auch der Riss eines Schafes Ende November in Molfsee am Kieler Stadtrand wurde geht auf einen Wolf zurück, wie das entsprechende Gutachten bestätigt. Hier sei laut Schmidt allerdings kein Schutzzaun vorhanden gewesen, sondern nur eine Litze. Dieser stromführende Draht sei nur dazu da, die Schafe auf der Weise zu halten. Der Fall hatte insbesondere wegen der Nähe zur Stadt überrascht. Wölfe würden einfache Wege bevorzugen, erklärt Schmidt. „Im Wald laufen sie auch auf den Wegen.“ Normaler Weise könne ein Wolf aber leicht verscheucht werden.

Bislang unbekannter Wolf nachgewiesen

Über DNA-Proben von vier Riss-Ereignissen Anfang November in den Kreisen Schleswig-Flensburg und Rendsburg-Eckernförde wurde nun zudem ein bislang unbekannter Wolf, der die ID „GW 1101m“ erhielt, nachgewiesen. Seine Herkunft ist unklar – im Gegensatz zu den vier anderen, in diesem Jahr nachgewiesenen Wölfen. Bei diesen handelt es sich um Geschwister eines 2017 geborenen Wurfs aus Dänemark. Eines dieser vier Tiere wurde im Mai auf der A23 bei Tornesch überfahren. Seit dem Nachweis eines Wolfes 2007 gab es im Land 97 Rissereignisse, 75 davon in diesem Jahr.

Interaktive Karte: Wolfssichtungen in SH

Von Jördis Merle Früchtenicht

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