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Schleswig-Holstein Schiedsrichterpraktikum gibt Einblicke
Nachrichten Schleswig-Holstein Schiedsrichterpraktikum gibt Einblicke
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12:37 11.11.2019
Von Karen Schwenke
Elias Marten (18) aus Hohn macht ein Schiedsrichterpraktikum. Wer Schiedsrichter werden möchte, aber noch Restzweifel hat, kann es einfach mal probieren. Auch Fußballfans, Trainer oder Spieler können die Rolle wechseln.  Quelle: Privat
Kiel

„Schiri, wir wissen, wo Dein Auto steht!“ Solche drohenden Chorgesänge von Fußballfans muss jeder Schiedsrichter ertragen und manchmal noch Schlimmeres. Verbale und tätliche Angriffe auf Unparteiische gibt es in allen Spielklassen. Kein Wunder, dass kaum noch einer den Job machen will. Für Dajinder Pabla (28) aus Kronshagen ist es hingegen das schönste Hobby. Er ist Schiedsrichter aus Leidenschaft. Zusammen mit zwei Sportsfreunden hat er sich ein Konzept überlegt, um das Schiri-Image aufzuwerten. „Wir wollen das Miteinander auf dem Platz verbessern, Vereine unterstützen und Interesse für das Amt wecken.“ Daraus entstanden ist das „Schiedsrichterpraktikum“. Das Projekt ist für den Schleswig-Holsteinischen Bürgerpreis nominiert und hat gute Chancen, übermorgen in der Kategorie „U27“ ausgezeichnet zu werden.

Vereine stehen in der Pflicht

Den schwarzen Peter haben die Vereine. In ihrer Verantwortung liegt es, Schiedsrichter zu stellen. Erreichen sie ihre Quote nicht, werden Geldstrafen fällig, ab dem dritten Jahr gibt es sogar Punktabzüge für die höchste Mannschaft. Vor ein paar Jahren hatte die Oberliga-Mannschaft des VFL Neumünsters sogar neun Minuspunkte. So können die besten Teams in den Abstiegskampf geraten. Ist das bitter? Auf der einen Seite ja, auf der anderen Seite sei das vielleicht die einzige Möglichkeit, meint Pabla. Beruflich ist er Unternehmensberater, im Rahmen seines Ehrenamtes berät er Vereine, damit sie genügend Nachwuchs-Schiedsrichter stellen.

Schiri sein, ist nicht einfach

Das Problem der Vereine sei, so Pabla, dass viele Schiedsrichter aufhören. Oft schon direkt nach dem Lehrgang und dem ersten Spiel, das sie jemals gepfiffen haben. „Das ist der Praxisschock.“ Elias Marten (18) aus Hohn bei Rendsburg kann das nachvollziehen, er hatte vor einigen Wochen sein erstes Spiel in der E-Jugend gepfiffen – und war ziemlich nervös. „Schiri zu sein, ist nicht einfach, man muss ganz schön selbstbewusst sein, um sich durchzusetzen.“ Marten hat mittlerweile ein zweites Spiel gepfiffen. „War super.“ Dabei ist er noch gar kein Schiedsrichter, sondern macht ein Schiedsrichterpraktikum. Das ist in vier Stufen aufgebaut, fängt mit einem Informationsaustausch an und geht mit einem Schiedsrichter-Lehrabend weiter. Anschließend begleitet der Praktikant ein Spiel, ist von der Seitenlinie per Headset mit dem Schiedsrichter verbunden. Am Ende kann er dann sogar selbst einige Spiele pfeifen. „Das hat echt viel gebracht“, sagt Elias Marten. „Ich bin mir sicher, dass ich Schiedsrichter werden will, und kann jedem, der das auch machen will, nur zu dem Praktikum raten.“

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