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Schleswig-Holstein Schlaue Köpfe ausgezeichnet
Nachrichten Schleswig-Holstein Schlaue Köpfe ausgezeichnet
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11:46 29.03.2018
Von Fatima Krumm
Zuzanna Hauzer (12), Clara Dengler (13) und Eileen Buhl (13) von der Kieler Gelehrtenschule untersuchen den Anteil von Mikroplastik im Wasser verschiedener Trinkflaschen. Quelle: Frank Peter
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Kiel

Im Wettbewerb „Schüler experimentieren“ traten neun- bis 14-jährige Schüler mit naturwissenschaftlichen Projekten an. Uni-Präsident Prof. Lutz Kipp freute sich als Physiker ganz besonders über die forschungsbegeisterten Kinder und Jugendlichen. Seine Karriere begann schließlich am gleichen Punkt. „Ich bin einer von euch“, sagte der 54-Jährige. Mit 16 Jahren hatte er ebenfalls an dem Wettbewerb teilgenommen.

„Der Wettbewerb um die besten Köpfe hat längst begonnen“, betonte Staatssekretärin Dorit Stenke. Sie hoffe darauf, dass die jungen Nachwuchswissenschaftler mit ihrem Forschergeist in ein paar Jahren zu Mint-Studenten werden, um nicht nur die Forschung, sondern auch Schleswig-Holstein voranzubringen. Nach einer 20-minütigen Geduldsprobe, in der Stenke ausgiebig den begleitenden Lehrkräften und Direktoren dankte, wurden die Sieger des Wettbewerbs verkündet.

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Telefon für Sehbehinderte

Anton Lefel aus Kaltenkirchen hat einen „Wählomaten“ entwickelt, ein Telefon, das selbst eine Nummer wählt. Der Anrufer dreht an einem Knopf, der automatisch die Namen aus dem Telefonbuch ansagt. Zuvor wurden sie in dem Telefon gespeichert. Auf die Idee hat ihn seine Oma gebracht. „Sie kann nicht mehr so gut sehen, und ich wollte ihr helfen“, sagte der 14-jährige Waldorfschüler, der schon seit vier Jahren programmiert. Mit seiner Idee hat er den ersten Platz  in der Kategorie Technik gewonnen. Zusätzlich wurde er mit dem Sonderpreis „Innovationen für Menschen mit Behinderungen“ ausgezeichnet. Beide Preise sind mit 150 Euro dotiert.

Den ersten Platz in der Kategorie Chemie teilt sich Lisa Pramschüfer (11) aus Husum mit den beiden Achtklässlerinnen Melika Rasuli (14) und Antonia Eschenfelder (13) des Kieler Max-Planck-Gymnasiums. Lisa untersucht in einer Langzeitstudie den Gehalt der Abwehrstoffe in Biestmilch, der Milch, die eine Kuh direkt nach dem Kalben gibt. Die beiden Max-Planck-Schülerinnen haben Kerzen mit einer farbigen Flamme hergestellt.

Per Sprachanalyse die Krankheit frühzeitig erkennen

Die Erstplatzierten von „ Jugend forscht“ fahren zum Bundesentscheid nach Darmstadt. Zu diesen gehören die drei jungen Männer Lukas Hesse, Maurice Mahler und Niklas Pissarki vom Gymnasium Trittau. In ihrem Projekt der Kategorie Arbeitswelt beschäftigen sie sich mit intelligenter Lichtoptimierung anhand photosensorischer Daten. Yasmina Höher aus Heikendorf belegt im Fachbereich Biologie den zweiten Platz.  Die 16-jährige Gymnasiastin arbeitet an einer Sprachanalyse zur Diagnostik von Kehlkopfkrebs. Mit einem Analyseprogramm hat sie Stimmen von Schauspielern vor und nach dem Tumorbefall ausgewertet. „Meine Arbeit kann dazu beitragen, die Krankheit frühzeitig zu erkennen“, sagte die Schülerin. Was sie studieren will: Medizin natürlich.

Alle Gewinner finden Sie auf www.jugend-forscht-sh.de

Anne Holbach 29.03.2018
Ulf Billmayer-Christen 29.03.2018