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Schleswig-Holstein Der Aal braucht die Hilfe des Menschen
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20:56 07.08.2019
Von Rainer Krüger
147000 Jungaale wurden am Mittwoch in die Schlei gesetzt. Hans-Peter Hansen und Melanie Naujocks schütten sie als Vertreter der Gastronomie aus einem Bottich behutsam ins Wasser. Quelle: Rainer Krüger
Maasholm

Mini-Aale in Wert von 112350 Euro kamen an fünf Stellen der Schlei ins Wasser. Das Aussetzen der Tiere in Maasholm war der Abschluss der diesjährigen Kampagne. Insgesamt schütteten Schleifischer beim sogenannten Aal-Utsetten 650000 Jungtiere zwischen Schleswig und Maasholm ins Wasser. „Heute haben wir die schwereren Fische ausgewildert. Schon im März waren es 503000 Glasaale, die jeweils nur 0,33 Gramm wiegen“, erklärte Schleifischer Olaf Jensen. Er hatte 2010 die erste Aktion mitinitiiert. Damals wurden 33000 Euro für 13000 Zehn-Gramm-Aale investiert. „Die Mini-Aale werden zwar zu 60 Prozent über öffentliche Mittel aus der Fischereiabgabe und dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds finanziert. Die fehlenden 40 Prozent müssen aber durch private Spenden aufgebracht werden.“

Prominente unterstützen die Kampagne

Folglich wurde in Maasholm auch die Werbetrommel gerührt. Dazu trugen prominente Gäste bei. Fernsehmoderatorin Heike Götz stellte im Gespräch mit den Beteiligten die Aktion vor. Ex-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) trat als Schirmherr der Aal-Aktie auf. Mit dem Papier erfand der Verein zur Erhaltung maritimer Lebensformen und Lebensräume im April eine neue Form, von Privatleuten Geld für Aal-Besatz einzuwerben. Sie brachte 5000 Euro ein. Damit unterstützt der Verein auch Bestandsauffrischungen in Elbe, Trave, Flensburger Förde und anderen Ostsee-Teilen.

"Keine Alternative zum Besatz"

Claus Ubl, Medienreferent des Deutschen Fischerei-Verbandes, betonte, dass die Aktionen nötig sind: „Ohne Besatz wäre der Aal in Schleswig-Holsteins Ostsee kaum vorhanden.“ Rückendeckung bekam die Initiative aus Fischern, Anglern, Gastronomen und Kommunen von Dorit Kuhnt, Staatssekretärin im Landesumweltministerium. „Die EU hat 2007 eine Aalverordnung erlassen. Wir haben sie seit 2009 mit Managementplänen umgesetzt. Dabei gibt es keine Alternative zum Besatz“, erklärte sie. Die Aktion an der Schlei fand sie besonders unterstützenswert, weil die Fischer hier selbst die Initiative ergriffen hatten.

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