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Schleswig-Holstein Hasskriminalität trifft fünf Prozent
Nachrichten Schleswig-Holstein Hasskriminalität trifft fünf Prozent
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14:09 07.03.2019
Rund fünf Prozent der Schleswig-Holsteiner wurden bereist Opfer von Hasskriminalität.  Quelle: Juliane Häckermann (Symbolfoto)
Hannover/Kiel

Insgesamt berichteten 5,1 Prozent der 11.614 befragten Schleswig-Holsteiner, dass sie im Jahr 2016 Opfer durch vorurteilsmotivierte Kriminalität geworden sind. Dies entspreche in etwa den mittleren Raten, die auch aus der internationalen europäischen Forschung berichtet werden.

Dies teilten die Landeskriminalämter am Donnerstag mit. Schwere Delikte wie Sachbeschädigung, Raub, Körperverletzung, Missbrauch oder ein Brandanschlag würden selten bis äußerst selten genannt.

So definiert die Studie vorurteilsmotivierte Hasskriminalität

„Strafrechtlich relevante Handlungen, in Zuge derer eine oder mehrere Person(en) oder deren Besitz Viktimisierung durch Einschüchterung, Bedrohung, physische oder psychische Gewalt erfährt/erfahren. Der oder die Täter ist/sind dabei teilweise oder gänzlich geleitet durch Vorurteile gegenüber bestimmten Merkmalen […], welche die gesamte Gruppe der/des Opfer(s) betreffen. Die Schädigung zielt daher nicht nur auf das direkte Opfer ab, sondern besitzt eine einschüchternde Botschaft, welche die Identität der Opfergruppe und damit die Grundfeste einer demokratischen Gesellschaft adressiert.“

Unbeteiligte standen Opfern bei

Die Berichte zu unbeteiligten Dritten während der Tat fallen nach Angaben der Landeskriminalämter vom Donnerstag ambivalent aus. Es werde sowohl von zivilcouragiertem Verhalten, als auch von Wegsehen bis hin zu ebenfalls abfälligem Äußern gegenüber den Opfern berichtet. In 27 Prozent der Fälle, in denen weitere Personen bei der Tat zugegen waren, hätten diese Hilfe geholt. Ebenfalls häufig hätten sich unbeteiligte Personen mit Worten (49,1 Prozent), körperlich (18,3 Prozent) oder auf andere Weise (44,3 Prozent) für das Opfer eingesetzt.

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Neben diesem zivilcouragiertem Verhalten berichteten jedoch auch 39,5 Prozent der Opfer von Unbeteiligten, die weggesehen hätten. Und 12,5 Prozent berichteten, dass dritte Personen sich ebenfalls abfällig gegenüber den Opfern äußerten. Bei der Beantwortung der Fragen waren Mehrfachantworten möglich. 

Mehrere tausend Menschen wurden befragt

Opfer von Vorurteilskriminalität leiden nach LKA-Angaben besonders stark unter den Folgen der Tat. Und Sie weisten im Vergleich zu Opfern nicht vorurteilsmotivierter Kriminalität signifikant höhere Werte in allen Bereichen der Kriminalitätsfurcht auf. Sie fühlten sich in ihrer räumlichen Umgebung unsicherer und hätten häufiger die Befürchtung, Opfer von Kriminalität zu werden. Zudem zeigten Sie häufiger Schutz- und Vermeidungsverhalten gegenüber Kriminalität, indem sie zum Beispiel eher vermieden, bei Dunkelheit das Haus zu verlassen und sich eher bewaffnen.

Für die repräsentative Untersuchung wurden rund 12.000 Menschen in Schleswig-Holstein und 18.000 in Niedersachsen befragt.

Von dpa

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