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Schleswig-Holstein Operationen abgesagt - kein Personal!
Nachrichten Schleswig-Holstein Operationen abgesagt - kein Personal!
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09:30 18.07.2017
Von Heike Stüben
Operationen sind ein Risiko und eine Belastung - werden sie kurzfristig abgesagt, empfinden Patienten das alles anders als beruhigend. Quelle: Maurizio Gambarini, dpa
Kiel

Seit Mai müssen immer wieder Betten oder eine ganze Station im Universitätsklinikum Kiel geschlossen werden, weil es nicht genug Pflegepersonal gibt. Aktuell sind von den knapp 1200 Betten eine chirurgische Station mit 25 Betten im Operationszentrum und zehn Betten in der Klinik für Innere Medizin dicht, bestätigt Kliniksprecher Oliver Grieve.

Tatsächlich sprechen einige Klinikchefs schon von einer neuen Eskalationsstufe. Zwar habe es in den vergangenen Jahren auch in Schleswig-Holstein immer mal wieder Absagen von Operationen, auch Schließungen von Stationen gegeben. Doch das sei nur von kurzer Dauer und meist durch Krankheitswellen bedingt gewesen. Im UKSH besteht das Problem jetzt aber über Wochen und ist vor allem der Tatsache geschuldet,  dass vakante Stellen nicht mehr besetzt werden können. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit dauert es zurzeit im Schnitt 140 Tage, bis eine Stelle in der Krankenpflege wieder besetzt ist. Tendenz steigend. Am dringlichsten fehlt Personal für die Intensiv- und Notfallmedizin, OP, Dialyse und Kinderheilkunde.

Fachkräftemangel verändert die Planung

„Wir wussten, dass das Personalproblem kommt, aber dass sich die Situation so schnell verschärft, damit hatte ich nicht gerechnet. Und sie wird sich weiter beschleunigen“, ist der Geschäftsführer des Friedrich-Ebert-Krankenhauses in Neumünster, Alfred von Dollen, überzeugt. „Das Gesicht der Krankenhäuser im Land wird sich schneller durch den Fachkräftemangel verändern als durch die Krankenhausplanung der Politik.“ In Neumünster muss man zwar keine OPs absagen. Aber auch dort können zeitweise 20 Stellen in der Pflege nicht besetzt werden, musste schon einmal eine Intensivstation gesperrt werden. Kein Einzelfall im Land, sagt Bernd Krämer, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft.

 "Jahrelang haben falsche, rein ökonomische Prioritäten haben den Beruf ausbluten lassen“, sagt Franz Wagner, Bundesgeschäftsführer beim Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK). Immer mehr Pflegekräfte seien nicht bereit, diese Arbeitsbedingungen länger hinzunehmen.

Nichts sehen, trotzdem alleine sicher ans Ziel kommen: Ein unscheinbarer Gürtel lässt aus dieser Vision jetzt nicht nur für (fast) Blinde Wirklichkeit werden. Denn dieses Wunderding der Technik könnte auch Wanderern oder Radfahrern gute Orientierungsdienste erweisen. Ein Selbstversuch.

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