Schleswig-Holstein: SPD-Politiker wirft Prien bei Plattform „itslearning“ PR-Zahlen vor
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Schleswig-Holstein SPD-Politiker wirft Prien bei Plattform „itslearning“ PR-Zahlen vor
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Schleswig-Holstein: SPD-Politiker wirft Prien bei Plattform „itslearning“ PR-Zahlen vor

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10:54 09.12.2020
SPD-Politiker Martin Habersaat (rechts) kritisiert Bildungsministerin Karin Prien.
SPD-Politiker Martin Habersaat (rechts) kritisiert Bildungsministerin Karin Prien. Quelle: dpa
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Kiel

Der SPD-Politiker Martin Habersaat hat dem CDU-geführten Bildungsministerium vorgeworfen, es arbeite mit Blick auf den Ausbau eines Lernmanagementsystems (LMS) für Schulen in Schleswig-Holstein mit „PR-Zahlen“. Der Bildungsexperte stützte sich dabei auf Antworten des Ressorts auf eine Kleine Anfrage von ihm zur Nutzung des LMS „itslearning“.

Demnach seien zum 3. Dezember nach Auskunft des Ministeriums im Bildungsausschuss 305 Schulen an das System angeschlossen gewesen. Für den SPD-Politiker weniger als versprochen. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) habe am 19. August verkündet, dass derzeit pro Woche „bis zu 100 Schulen mit dem LMS ausgestattet“ würden.

„Mehr eine PR-Zahl als eine echte“

Wenn dies der Fall wäre, argumentiert Habersaat, müssten inzwischen „locker alle 792 Schulen Schleswig-Holsteins einschließlich ihrer Nebenstandorte an das Lernmanagementsystem 'itslearning' angeschlossen sein“. Das sei nicht der Fall. „Die 100 pro Woche waren also mal wieder mehr eine PR-Zahl als eine echte.“ Die Mitteilung des Ministeriums aus dem Sommer enthält allerdings die Formulierung „bis zu 100“, die auf keine eindeutige Zahl schließen lässt.

Wie das Ministerium in seiner schriftlichen Antwort auf die Kleine Anfrage mitteilt, war das System mit Stand 16. November 283 Schulen bereitgestellt worden. In den gut zwei Wochen bis zum 3. Dezember waren also 22 Schulen dazugekommen.

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Spannend werde sein, wie es langfristig mit dem Lernmanagementsystem weitergeht, erklärte Habersaat. „Das Bildungsministerium scheint nach überstandener Corona-Krise alle Schulen auf ein System festlegen zu wollen.“ Die entsprechende Ausschreibung werde derzeit vorbereitet, nachdem die Vergabe für das erste Jahr zunächst in einem verkürzten Corona-Verfahren gelaufen sei. Gespräche mit den Schulträgern über die langfristige Finanzierung des Vorhabens seien im Gange. „Dann werden sich auch andere Anbieter beteiligen können“, sagte Habersaat.

Von RND/dpa

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