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Schleswig-Holstein Landesweites Verbot: Spielplätze sollen rauchfrei werden
Nachrichten Schleswig-Holstein Landesweites Verbot: Spielplätze sollen rauchfrei werden
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14:17 23.09.2019
Von Ulf Billmayer-Christen
Die Stadt Kiel hat das Rauchen auf den 170 städtischen der insgesamt rund 300 Spielplätze bereits untersagt. Quelle: Franziska Kraufmann
Kiel

Diese Verbote gelten aber nur für kommunale Spielplätze. „Viele Raucher werfen ihre Kippen auch auf Spielplätzen einfach weg“, beklagte der Vorsitzende des Landtags-SSW, Lars Harms. „Wenn Kinder Zigarettenmüll in den Mund nehmen, ist das hochgradig schädlich.“ Ein Rauchverbot auf Spielplätzen sei sinnvoll, weil es die Vorbildfunktion der Eltern unterstütze. Gelten soll das Rauchverbot laut SSW auf allen Spielplätzen, die ganz oder teils öffentlich zugänglich sind.

Kippenstummel sind gefährlich

Die SPD will ebenfalls ein „generelles Rauchverbot“ auf Spielplätzen im Nichtraucherschutzgesetz des Landes verankern. „Neben den Risiken des Passivrauchens stellen achtlos weggeworfene Zigarettenreste, insbesondere Filter, ein erhebliches Gesundheitsrisiko besonders für Kinder dar“, betonte die Sozialpolitikerin und SPD-Landesvorsitzende Serpil Midyatli. In anderen Bundesländern, etwa Nordrhein-Westfalen, Bayern und Bremen, gebe es bereits solche Verbote.

Lesen Sie auch: Kommt das Rauchverbot beim Fahren mit Kindern?

Bei den Grünen laufen SSW und SPD offene Türen ein. „Ich halte es für selbstverständlich, dass auf Spielplätzen nicht geraucht wird“, erläuterte die Gesundheitspolitikerin Marret Bohn. Sie plädiert für ein „landesweites Rauchverbot auf Spielplätzen“. Der Schutz der Kinder habe Priorität, bekräftigt der CDU-Sozialpolitiker Werner Kalinka. Ein Rauchverbot auf ausgewiesenen Spielplätzen sei völlig richtig. Der FDP-Politiker Dennys Bornhöft bekennt sich zum „Ziel“ eines Rauchverbots. Aber: „Wir müssen darüber sprechen, ob ein gesetzliches Verbot die richtige Wirkung erzielt.“

In Kiel gibt es das Verbot bereits

Vorreiter beim Rauchverbot sind einige Städte und Gemeinden, darunter Kiel. Die Stadt hat das Rauchen auf den 170 städtischen der insgesamt rund 300 Spielplätze untersagt. Bei der eigens eingerichteten Spielplatz-Hotline gingen immer wieder Beschwerden ein, berichtete ein Stadtsprecher. „Wer Kippen auf den Boden wirft und dabei erwischt wird, zahlt wegen eines Verstoßes gegen das Kreislaufwirtschaftsgesetz 35 Euro.“ Der Haken: „Es ist in der Regel schwierig, der Verursacherin oder des Verursachers habhaft zu werden.“

Das für den Gesundheitsschutz zuständige Sozialministerium prüft ein Rauchverbot noch. Klar ist, dass Minister Heiner Garg (FDP) den Nichtraucherschutz großschreibt. Am Freitag brachte Schleswig-Holstein gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen einen Antrag in den Bundesrat ein, um das Rauchen in Autos mit Kindern oder Schwangeren bundesweit zu verbieten. Garg: „Es gibt immer noch Menschen, bei denen die Suchtkrankheit Rauchen offenbar stärker als das Verantwortungsbewusstsein für Kinder ist.“

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