Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Bi uns is dat Glück tohuus
Nachrichten Schleswig-Holstein Bi uns is dat Glück tohuus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:00 18.11.2019
Von Heike Thode-Scheel
Quelle: Tourismuszentrale SH/Oliver Franke

„Glücklich sein ist ja so’ne Sache“, meent Perfesser Dr. Bernd Raffelhüschen. He mutt dat jo nipp un nau weten, denn de Wetenschapler vun’e Uni Freiburg is sotoseggen de Vadder vun den „Glücksatlas“, de siet 2011 jedeen Johr vun’e Düütsche Post rutgeven warrd. Un wo is wull dat Glück tohuus? Na, bi uns in Sleswig-Holsteen. Siet negen Johr sünd wi Norddüütschen Spitzenreiter, wat dat Glück angeiht. Un wo liggt dat an? „An der plattdeutschen Gemütlichkeit“, smüüstert de Perfesser. Dat kann he natürli ok wetenschapli belegen – aver Bernd Raffelhüschen kann dat vör allen Dingen op’t Best an’t egen Lief föhlen. Denn he kümmt ut Niebüll un Platt schnacken kann he ok.  Dat is eben so, wenn man op‘n Buernhoff groot wurrn is. Ok wenn he so richtig nich mehr to’n Platt schnacken kümmt, „man hat‘s halt trotzdem. Ich glaube, wenn ich da oben leben würde, würde ich schnell wieder reinkommen. Das ist bei mir kein Fremdkörper auf der Zunge. Man hat die Scheu, weil es zu lange her ist“, sineert de Finanz- un Sozialwetenschapler.

 Das was wir machen, hat mit Glück eigentlich gar nichts zu tun – es geht immer um Zufriedenheit

Aver wat hett dat nu mit de „plattdeutsche Gemütlichkeit“ op sik?  Dat is ganz enfach: „Das was wir machen, hat mit Glück eigentlich gar nichts zu tun, auch wenn das Glücksatlas heißt. Eigentlich geht es immer um Zufriedenheit“, verklaart Raffelhüschen. Glück is dat, wat rein tofällig passeern deit. To’n Bispill en Lotteriegewinn. De kümmt oder de kümmt nich – dor kannst nix bi maken. Ganz anners bi de „Zufriedenheit“: „Da kann man dran arbeiten. Das ist nichts zufälliges. Da ist was Beinflussbares.“ Un de Wetenschapler geiht noch en Schritt wieder: „Deshalb ist das plattdeutsche Glück auch Zufriedenheit im Hochdeutschen.  Der Plattdeutsche sagt da kommodig zu. Und das ist gemütlich – zufrieden“, verklookfidelt de Forscher.

Hyggelig, kommodig un koslig – dat is Glück in‘ Norden

Nu hebbt wi Sleswig-Holsteener aver ok noch dat Glück, datt wi so dicht an Dänemark liggen doot. Un de Dänen sünd jo de Experten, wenn dat dorüm geiht, sik dat kommodig to maken. „Hygge“ heet dat Töverwoort dor baven un dat is middewiel överall groot in Mood. Hyyge is en Levensgeföhl: Du föhlst di borgen, vertruut un seker, behagli un warm. Bernd Raffelhüschen is jo dicht bi Dänemark groot wurrn un hett in Arhus studeert. He weer merrnmang in de hyggelige Welt: „Die Dänen nennen das „Ka‘ du hyg dig“ – also mach es dir plauschig, mach es dir gemütlich. Es kommt nicht drauf an, was ist. Sondern mach was draus. Das ist schon eine Attitude, das ist so ein dänisches Lebensgefühl.“ Wobi de Wetenschapler seggt, datt düt „hygge“ ok in anner Spraken vörkamen deit. „Also bei uns da oben in Niebüll, da kennt man das als huggelig.  Das dänische ist da in das Plattdeutsche reingewandert. Auch das Wort „kommodig“ gibt es als  „koslig“ im Norwegischen. Die Sprachen sind so nah, das ist eine ähnliche Welt. Im Grunde genommen ist es einfach eine Mentalitätsfrage.“ Sotoseggen en  regionale Mentalität

De Saak mit den genetischen Fingerafdruck

Dat gifft nämli sowat as den „genetischen Fingerabdruck“. In‘ Fachjargon nöömt sik dat „genetische Disposition“. Also all’ns, wat dien Persönlichkeit utmaken deit. Bi Bernd Raffelhüschen höört dor sien Heimat Nordfreesland dorto, Plattdüütsch, Däänsch, Freesch, dat Landleven un dat Wattenmeer. Un eens is kloor: „Den Fingerabdruck wird man nicht wieder los, das kann man nicht. Man ist das und man war das von Anfang an.“ Ok wenn sien Tohuus middewiel Freiburg is (dor liggt dat Glück blots op Platz 7 vun‘ Glücksatlas) un he sik dor „pudelwohl“ föhlen deit, „ist es ist auch schön, wieder hoch zu kommen“, swöögt de Perfesser, de in Kiel studeert un promoveert hett.

Un wat hett Kiel för’n Glücksfaktor? Dor mutt Bernd Raffelhüschen doch lachen: „Es klingt böse, aber Kiel ist eigentlich ein guter Startpunkt, um rundherum alles zu entdecken. Die Stadt hat im Vergleich zu Freiburg nix.“ För em is Kiel de Förde, datt he mit sien Boot na Ärö röverseilen kann oder datt he an‘ Strand rutfohrn kann.  Un wo wohnt sien egen Glück? Wo is sien Tohuus? „Ist natürlich inzwischen da, wo meine Familie ist. Aber wenn ich nach Hause komme - und das heißt immer: Ich komme nach Norden - dann ist das eigentlich für mich Niebüll und die Ecke.“

„Ich bin zufrieden, weil ich von allem, was wichtig für mich ist, ein notwendiges Maß habe.“

Dat klingt meist so, as wenn de Glücksforscher rundüm mit sik un de Welt tofreden is. Ob nu in Freiburg, wo he lehren deit, in Niebüll, wo he herkümmt. Ob nu in Dänemark, wo he studeert hett oder in Norwegen, wo he an de Uni Studenten Finanzwirtschaft biuuln deit oder eben bi uns in Kiel an‘ Strand. Dor mutt dat doch verdorrig noch Mol en Glücksrezept för geven. Bi de Fraag pruuscht he los: „Das ist ja ganz einfach. Und das zeigen wir im Prinzip immer an den Studien: Wenn ich eine genetische Disposition habe, die mich zum Frustbüdel macht, ich aber stinkereich bin und ich hab auch sonst einfach alles, Geld,  ich bin fit bis zum Abwinken – nützt mir das aber alles nichts, weil ich eben der Frustbüdel bin. Das heißt, zufrieden bin ich nicht, weil ich von irgendwas ganz, ganz viel habe, sondern ich bin zufrieden, weil ich von allem, was wichtig für mich ist, ein notwendiges Maß habe“, dor is sik Raffelhüschen seker,  „das ist das Wichtige. Und daran kann man tatsächlich auch arbeiten. Geht!“ Na denn man to!

Hitzewellen, Blaualgen, Krankheitsgefahren: Eine neue Studie beleuchtet die Risiken durch Klimawandel und Nährstoffeintrag. Während sich die Landwirte mit Trecker-Demos gegen schärfere Umweltauflagen zur Wehr setzen, sehen sich Naturschützer in ihren Warnungen bestätigt.

Ulrich Metschies 18.11.2019
Bakterien und Gift-Algen - Was der Ostsee künftig blüht

Tropische Nächte, massenhaft giftige Blaualgenteppiche und mehr lebensbedrohliche Infektionen durch Vibrio-Bakterien: Diese Zukunft droht der Ostsee einer neuen Studie zufolge, wenn der Ausstoß von Treibhausgasen und die Überdüngung des Meeres nicht radikal zurückgefahren wird.

Ulrich Metschies 18.11.2019

Die Ausgaben für Kinder-Jugendhilfe sind in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr auf 1,59 Milliarden Euro gestiegen. Das waren gut sechs Prozent mehr als 2017, wie das Statistikamt Nord am Montag mitteilte.

18.11.2019