Schleswig-Holstein: Stadler flachte die Rampen ab
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Schleswig-Holstein Neue Doppelstockzüge: Hersteller und Behindertenverbände streiten weiter
Nachrichten Schleswig-Holstein Neue Doppelstockzüge: Hersteller und Behindertenverbände streiten weiter
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11:34 27.12.2019
Von Heike Stüben
Im Oktober stellte die Stadler Pankow GmbH einen Testzug in Kiel vor. Die Behindertenverbände sprachen von einem „Schildbürgerstreich“. Quelle: Gregor Fischer
Kiel

2022 sollen 18 neue Doppelstückzüge im Nahverkehr in Schleswig-Holstein eingesetzt werden. Die DB Regio AG hatte die Züge ausgeschrieben. Doch nur einer von vier Interessenten legte ein Angebot vor. Die DB Regio AG bestellte daraufhin die Züge bei der Firma Stadler mit einem Auftragsvolumen von 220 Millionen Euro. Für den Sozialverband Deutschland und Behindertenverbände ein „Schildbürgerstreich.“ Die Rampen seien zu steil und damit ein Risiko – auch für Bahnfahrer mit Kinderwagen, Rollator und schwerem Gepäck.

Herstellerfirma überarbeitete das Konzept

Das Land lenkte ein, es kam zu einem Termin beim Hersteller mit Kritikern und einem Vertreter des Bürgerbeauftragten für Menschen mit Behinderungen. Die Herstellerfirma überarbeitete daraufhin das Konzept. Ursprünglich mussten Rollstuhlfahrer drei Rampen mit je 15 Prozent Gefälle überwinden, um zu den Plätzen im unteren Bereich des Zuges zu gelangen. „Nach der neuen Planung ist im Waggon für die Rollstuhlfahrer Folgendes vorgesehen: Am Eingang eine Rampe mit neun Prozent Gefälle, dann eine weitere in den Fahrgastraum mit zwölf Prozent Gefälle und eine dritte zu den Rollstuhlplätzen mit weiteren sechs Prozent“, berichtet Heike Witsch vom Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter. Dies sei eine Verbesserung, reiche aber nicht für eine Nutzung ohne fremde Hilfe. „Rampen im öffentlichen Raum gelten als sicher, wenn sie nicht mehr als sechs Prozent Höhenunterschied haben. Kein Zugbegleiter hat die Zeit, uns über die steileren Rampen zu helfen. Zudem fordert die Behindertenkonvention einen Zugang ohne fremde Hilfe.“

DB Region verweist auf EU-Norm

Auch Kay Macquarrie, selbst Rollstuhlfahrer, überzeugt die Nachbesserung nicht. „Die zentrale Anforderung zur Barrierefreiheit wird weiterhin nicht berücksichtigt. Das ist ein massives und nicht wegzuargumentierendes Versäumnis.“ Der Vielfahrer aus Altenholz fordert, die Gesamtbestellung zu stornieren oder jeden Zug bis zum Einsatzdatum im Jahr 2022 mit mindestens einem barrierefreien Wagen zu versehen. „Und barrierefrei bedeutet: stufenloser und zugleich niveaugleicher Einstieg.“

Doch bei der DB Region hält man die Nachbesserung für ausreichend. Man verweist auf die EU-Norm. Dennoch will man auf die Kritiker zugehen und startet einen Praxistest: Ein Modell des Zugeinstiegs soll aus Holz nachgebaut und dann voraussichtlich Ende Januar von Rollstuhlfahrern getestet werden.

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