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Schleswig-Holstein Sturmtief "Bennet" sorgt für Schäden
Nachrichten Schleswig-Holstein Sturmtief "Bennet" sorgt für Schäden
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22:13 04.03.2019
Von Julia Carstens
Sturmtief "Bennet" hat am Montag deutschlandweit für kleinere und größere Schäden gesorgt.  Quelle: Arne Dedert/dpa

Dachziegel in Lübeck heruntergeweht

Umgestürzte Bäume auf Straßen und umgewehte Bauzäune an Baustellen: Polizei und Feuerwehr hatten besonders im Kreis Ostholstein am Montag viel zu tun. Dort wurden bis zum Nachmittag insgesamt 24 Einsätze gemeldet. Es kam aber laut Polizei zu keinen Unfällen, niemand wurde verletzt. Für Räumungsarbeiten mussten jedoch Straßenabschnitte von der Polizei kurzzeitig gesperrt werden.

Auf der Landesstraße 309 kurz vor Pansdorf knickte eine Tanne um und fiel auf die Fahrbahn. Die Landesstraße 184 zwischen Siblin und Ahrensbök bleibt bis auf Weiteres gesperrt, weil dort Teile eines Scheunendaches auf die Fahrbahn fielen. Die Sperrung soll je nach Wetterlage am Dienstag wieder aufgehoben werden, teilte die Polizei mit. In Niendorf stürzte ein Baum auf ein parkendes Fahrzeug.

In den Kreisen Stormarn, Herzogtum-Lauenburg und in Lübeck wurden die Einsatzkräfte insgesamt 20 mal alarmiert. Sturmtief "Bennet" wirbelte auch hier Bäume und Äste auf die Straßen. In der Lübecker Innenstadt wurde wie durch ein Wunder niemand verletzt, als sich am Vormittag Dachziegel von einem Hausdach lösten und auf die Straße fielen. In Lübeck-Kücknitz wurde ein Pkw von einem umgestürzten Baum getroffen. Zur Höhe der durch Sturmtief "Bennet" verursachten Sachschäden konnte die Polizei am Montagnachmittag noch keine Angaben machen. 

Am Abend wurde die Einsiedelstraße in Lübeck St. Lorenz Nord gesperrt. Blechplatten lösten sich von einem Silo und fielen auf die vielbefahrene Straße. 

Über ein Dutzend Einsätze im Kreis Segeberg 

Auf Nachfrage von KN-online bestätigte die Pressestelle der Polizeidirektion Bad Segeberg 15 wetterbedingte Einsätze am Montagvormittag. Ein Mann wurde in Henstedt-Ulzburg leicht verletzt, als er über einen umgewehten Baum stolperte. Bei Wakendorf krachte ein Ast auf ein Bahngleis, konnte aber vor Eintreffen eines Zuges entfernt werden. Viel Glück hatten auch Autofahrer im Kreis Segeberg: Insgesamt zwölf Bäume hielten dem Sturm nicht stand und fielen auf unterschiedliche Fahrbahnen. Verletzt wurde niemand. Am Flugplatz Uetersen-Heist wurden mehrere parkende Autos durch herabfallende Äste beschädigt. Sie sind nach Angaben der Polizei aber weiterhin fahrbereit. 

Lesen Sie auch: Bundesweit verheerende Schäden durch Sturmtief "Bennet"

Umgewehte Baustellenzeichen auf der A7

Von der A7 meldete die Polizei in Neumünster mehrere umgekippte Baken im Baustellenbereich. Diese wurden jedoch zeitnah gemeldet und konnten von der Autobahnmeisterei wieder aufgestellt werden. Auch ein größerer Ast, der auf der B76 zwischen Gettorf und Kiel am Vormittag von einem Baum herab geweht wurde, blieb ohne Schäden für die Autofahrer. 

Jecken trotzen dem Sturmtief "Bennet" in Marne

Bei Sturmböen haben am Montag Tausende Jecken in Schleswig-Holsteins Karnevalshochburg Marne im Kreis Dithmarschen Straßenkarneval gefeiert. Nach der traditionellen Rathauserstürmung zog ein kilometerlanger närrischer Lindwurm mit Musik, Bonbon- und Konfettiregen durch das Städtchen.

Klicken Sie hier, um zahlreiche Fotos vom Faschingsumzug in Marne 2019 zu sehen.

Um die Sturmfestigkeit der Wagen macht sich der Präsident der Marner Karnevals-Gesellschaft, Heiko Claußen, generell keine Sorgen. "Unsere Wagen sind so gebaut, dass nix wegfliegen kann", hatte er am Wochenende gesagt. "Hier im Norden ist ja öfter mal ein bisschen mehr Wind." Ganz anders wurde die Lage im Ruhrgebiet beurteilt: In Bottrop wurde der Rosenmontagsumzug abgesagt, mehrere andere in der Region wurden zeitlich verschoben. 

Bahnverkehr durch "Bennet" beeinträchtigt

Das Sturmtief "Bennet" hat am Montag im Norden die Geduld von Pendlern und Bahnreisenden auf die Probe gestellt. Einige Züge des Nah- und Fernverkehrs fielen aufgrund von Sturmschäden an den Gleisen aus oder wurden umgeleitet, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn mitteilte. Im Fernverkehr waren demnach die Züge auf den Strecken Stralsund - Karlsruhe und Hamburg - Passau betroffen.

Auch der Bahnverkehr auf der Vogelfluglinie wurde für rund eine Stunde lahmgelegt. Grund war ein Baum, der zwischen Haffkrug und Scharbeutz im Kreis Ostholstein auf die Gleise gestürzt war, sagte eine Bahnsprecherin. Dadurch war auch die Bahnstrecke nach Puttgarden blockiert. Fernreisende mussten auf Busse umsteigen. Auch zwischen Timmendorfer Strand und Haffkrug war zwischenzeitlich ein Busersatzverkehr eingerichtet worden. Diese Strecke konnte jedoch bereits am frühen Nachmittag wieder freigegeben werden.

Umgestürzte Bäume beeinträchtigten zwischenzeitlich auch den Regionalexpress 5 zwischen Stade und Hamburg sowie in Hamburg die U1 zwischen Volksdorf und Ohlstedt. Es kam zu Zugausfällen und Verspätungen. Die Hamburger S-Bahnen waren den Angaben zufolge zunächst nicht betroffen. Die Bahn rät Zugreisenden, sich auf eventuelle weitere Einschränkungen im Nah- und Fernverkehr einzustellen und sich vor Reiseantritt zu informieren.

Keine größeren Schäden in Kiel und Flensburg

In der Landeshauptstadt machte sich der Sturm zusammen mit heftigen Regenschauern bemerkbar. Am Kieler Leuchtturm wurde nach Angaben der "Unwetterzentrale" eine Windgeschwindigkeit von 111 Kilometern pro Stunde gemessen.

Die Kieler Feuerwehr musste am Nachmittag zum Blücherplatz ausrücken. Dort hatte der Sturm Holzbalken an einer Hauswand gelöst. Verletzt wurde dabei niemand. 

"Seit den Mittagsstunden haben die Einheiten der Feuerwehr Kiel neben dem normalen Tagesgeschäft rund zwei Dutzend wetterbedingte Einsätze abgearbeitet", sagte ein Pressesprecher am Abend. Im Stadtgebiet mussten umgestürzte Bäume und Bauzäune von Gehwegen und Fahrbahnen geräumt werden. Im Stadtteil Suchsdorf drohte ein Baugerüst umzustürzen; Kräfte der Hauptfeuerwache verhinderten weiteren Schaden. In Mettenhof und Hasseldieksdamm wurden geparkte Autos durch entwurzelte Bäume beschädigt. An zwei weiteren Einsatzstellen wurden Dachpfannen und Schornsteinabdeckungen mittels Drehleitern gesichert. "Personenschäden sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu verzeichnen", so der Srecher weiter.

Neben der Berufsfeuerwehr waren die Freiwilligen Feuerwehren Elmschenhagen, Gaarden und Wellsee mit der Beseitigung der Sturmschäden beschäftigt.

Wettervorschau: So geht es am Montagabend und am Dienstag weiter

Am Abend kann es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes zu einzelnen heftigen Gewittern und kräftigem Wind mit Sturmböen der Stärke 9 bis 10 kommen. Besonders betroffen sind hierbei die Kreise Segeberg und Ostholstein sowie die Küsten. Auch am Dienstag soll es kühler und mit häufigen Schauern weiter wechselhaft bleiben.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie sprach zudem eine Sturmflutwarnung für die deutsche Nordseeküste in der Nacht zu Dienstag aus. Für die Ostseeküste vermeldete der Seewetterdienst für Dienstagnachmittag eine amtliche Sturmwarnung.

mit dpa

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