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Schleswig-Holstein Landesweite Warnstreiks am Donnerstag
Nachrichten Schleswig-Holstein Landesweite Warnstreiks am Donnerstag
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16:50 11.04.2018
Von Karen Schwenke
Foto: Schleswig-Holstein: Am Donnerstag sind Angestellte des öffentlichen Dienstes zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.
Schleswig-Holstein: Am Donnerstag sind Angestellte des öffentlichen Dienstes zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Quelle: Arno Burgi/dpa
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Kiel

Insgesamt gehe es in Schleswig-Holstein um die Tarifverträge von rund 50 000 Beschäftigten. Streiks hat die Gewerkschaft hierzulande in allen Bereichen des öffentlichen Dienstes angekündigt. Mit Einschränkungen muss daher nicht nur in Kliniken, Kitas und beim NOK gerechnet werden, sondern unter anderem auch in den kommunalen Verwaltungen mit ihren Einwohnermeldeämtern und Zulassungsstellen, in Schwimmhallen, Büchereien, Beratungsstellen, sowie in einigen Städten bei der Müllabfuhr. Betroffen sind auch das Kraftfahrzeugbundesamt in Flensburg und Dienststellen der Bundewehr.

Zu den Auswirkungen des Streiks konnte Verdi-Pressesprecher Frank Schischefsky noch keine konkreten Angaben machen: „Wir haben noch Osterferien und wissen nicht wie viele Kollegen tatsächlich mitmachen.“ Steffen Kühhirt, bei Verdi zuständig für die Bereiche Gesundheit und Soziales, kündigte an, dass Beschäftigte der kommunalen Kliniken in Schleswig und Preetz, des Städtischen Krankenhauses in Kiel sowie der Sana Kliniken in Lübeck, Eutin und Oldenburg ihre Arbeit niederlegen. „Wir fordern alle Bereiche auf – von der Reinigung, über die Therapie und Funktionsdienste bis hin zur Pflege.“ In dem sensiblen Bereich gehe man mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl vor, sagte Kühhirt und versprach: „Die Notfallversorgung wird funktionieren.“

Eltern, die ihre Kindern in kommunalen Kitas unterbringen, sind laut Schischefsky bereits landesweit in der vergangenen Woche über Elternbriefe über die Streiks in den einzelnen Einrichtungen informiert worden. In Kiel sind nach Angaben der Stadt von 35 städtischen Kitas 26 ganz geschlossen, acht laufen mit einem Notdienst und nur eine Einrichtung bleibt normal geöffnet.

Auf dem Nord-Ostsee-Kanal soll es nach den Vorstellungen von Verdi am Donnerstag keinen Schiffsverkehr geben, denn vom Streik betroffen sind auch die beim Bund Beschäftigten in der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung: „Unser Ziel ist es, dass die Schleusen in Brunsbüttel von sechs Uhr früh bis Null Uhr nachts geschlossen bleiben. Damit ist der NOK zu“, sagte Schischefsky. Hingegen bleibe der öffentliche Nahverkehr verschont: Die kommunalen Verkehrsbetriebe im Land mit ihren eigenständigen Tarifverträgen betreffe der Streik nicht.

Mit ihren diesen Aktionen weitet Verdi vor der nächsten Verhandlungsrunde am Sonntag die bundesweiten Warnstreiks im öffentlichen Dienst auch auf den Norden aus. „Wir wollen den Druck auf die Arbeitgeber für die Tarifrunde am kommenden Wochenende nochmals erhöhen. Es geht darum, deutlich zu machen, dass die Arbeitgeber bei sprudelnden Einnahmen und einem Haushaltsüberschuss, der 2017 alleine bei den Kommunen 10,7 Milliarden Euro ausgemacht hat, mit einer Verweigerungshaltung oder Billigabschlüssen nicht durchkommen werden“, erklärt die Verdi-Landesleiterin für den Norden, Susanne Schöttke.