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Schleswig-Holstein Was passiert mit alten Windrädern in Schleswig-Holstein?
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10:58 16.11.2018
Von Ulf Billmayer-Christen
Sind alte Windräder aus der EEG-Förderung geflogen und unrentabel, bedeutet das den Abbau. Quelle: dpa
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Kiel

Wird Windkraft in Schleswig-Holstein unrentabel? Ältere Anlagen verlieren ab 2021 die üppige Erneuerbare-Energien-Förderung – weil sie sich schon seit 20 Jahren drehen. Windparks in Schleswig-Holstein steht möglicherweise ein Kahlschlag bevor.

Die Zitterpartie ist eine Folge des im Jahr 2000 reformierten EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz). Damals wurde festgelegt, dass alle bereits installierten Windrotoren noch bis Ende 2020 Top-Preise für ihren Strom erhalten. In Schleswig-Holstein gilt das für mehr als 500 Anlagen.

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Ihr Strom muss ab 2021 auf dem freien Markt zu absehbar niedrigeren Preisen verkauft werden. Bis 2025 fallen mit Ablauf der 20-Jahres-Frist nochmals gut 500 Windräder aus der EEG-Förderung. „Es ist offen, ob die Anlagen rentabel weiterbetrieben werden können“, berichtet Marcus Hrach vom Bundesverband für Windenergie.

180 Anlagen schon 2021 ohne EEG-Förderung

Düster sieht es vor allem für Windmüller aus, deren Alt-Anlagen nach den Landesplänen künftig außerhalb der neuen Vorranggebiete für Windkraft liegen. Das gilt für einige Hundert Anlagen, darunter 180, die schon ab 2021 ohne EEG-Förderung auskommen müssen.

Alle Windkraft-Potenzialflächen in einer interaktiven Karte

Die Betreiber dürfen solche Anlagen nur reparieren, aber nicht erneuern (repowern). Die Landesregierung erwartet, dass in den nächsten Jahren zumindest nicht repowerbare Anlagen aufgegeben werden.

Alles hängt vom Strompreis ab

Die anderen Altanlagen, denen das EEG mindestens 8,2 Cent je Kilowattstunde beschert, stehen oder fallen mit dem künftigen Strompreis. Branchenkenner gehen davon aus, dass eine Windmühle nach Abzug aller Kosten etwa für Versicherungen, Service und Betrieb erst ab einem Preis von vier bis fünf Cent je Kilowattstunde profitabel ist.

In den vergangenen Wochen ist der Preis an der Börse in Leipzig auf ein Mehrjahreshoch von gut fünf Cent gestiegen, vor zwei Jahren kostete der Strom allerdings weniger als die Hälfte.

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