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Schleswig-Holstein Zeichen stehen wieder auf Kita-Streik
Nachrichten Schleswig-Holstein Zeichen stehen wieder auf Kita-Streik
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07:00 23.09.2015
Von Jürgen Küppers
„Ich möchte in die Kita“, wünschte sich dieses Kind beim jüngsten Streik. Ab Mitte Oktober könnte es zu neuen Schließungen kommen. Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa
Kiel

Führt das Gespräch zu keinem annehmbaren Ergebnis im Tarifkonflikt, wird laut Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ab 14. Oktober „bundesweit noch gezielter und effektiver“ gestreikt als im vergangen Mai und Juni.

 „Statt flächendeckend wird nur in solchen Einrichtungen des Landes gestreikt, die auch wirklich komplett dicht sind. Notbesetzungen oder -dienste wie bei den jüngsten Streiks wird es dort nicht mehr geben“, erklärt auf Nachfrage die für Kiel und Plön zuständige Verdi-Gewerkschaftssekretärin Eva Schleifenbaum die neue Streiktaktik.

 Allein in Kiel kämen für diese Totalschließung bislang mindestens zehn von insgesamt 40 Kitas in Frage. Weitere sollen aber noch hinzukommen. Denn die Streikbereitschaft sei in der Landeshauptstadt „außerordentlich groß“. Dies gelte im Übrigen auch für die Mitarbeiter in den Allgemeinen Sozialdiensten, die im Falle scheiternder Gespräche mit den kommunalen Arbeitgebern ebenfalls zur Arbeitsniederlegung aufgefordert würden.

 Noch ein weiterer Aspekt der neuen Taktik dürfte viele Eltern belasten. Laut der Gewerkschafterin wird jeweils erst am Tag vorher kurzfristig bekannt gegeben, welche Einrichtung bestreikt wird. Dies könne auch bedeuten, dass tageweise immer wieder andere Kitas schließen. Als Grund für die Abkehr vom flächendeckenden Streik führt Eva Schleifenbaum eine Zahl an: „80 Millionen Euro Lohnkosten haben die kommunalen Arbeitgeber beim letzten Streik gespart, das kann aber nicht unser Ziel sein.“

 Bereits am ersten Streiktag wollen die Gewerkschaften das Gespräch mit den Spitzen der Verwaltungen in den Kommunen des Landes suchen. So ist zum Beispiel für den 14. Oktober eine solche Runde in Kiel mit Oberbürgermeister Ulf Kämpfer geplant; dazu eingeladen sind auch Vertreter der Eltern. „Es gab zwar von den Oberbürgermeistern und Bürgermeistern im Land grundsätzlich viel Verständnis und Zustimmung für den Streik, aber das reicht nicht“, betonte Eva Schleifenbaum: „Sie müssen jetzt auch mal Farbe bekennen.“

 Ulf Kämpfer will bei einem solchen Treffen zwar ein offenes Ohr für Sorgen und Frust von Betroffenen haben. „Aber ich werde ganz sicher nicht als Verhandler für die kommunalen Arbeitgeber oder als Schlichter im Tarifstreit auftreten“, betonte der OB auf Nachfrage. Gleichwohl sehe sich die Stadt nach wie vor als Tarifpartner, der seinen Pflichten auch nachkomme. Im Klartext bedeute das: „Egal, was bei den Verhandlungen herauskommt. Die Stadt wird die Mehrausgaben bei einer Tarifeinigung zahlen.Was auch immer uns das kosten wird.“

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