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Schleswig-Holstein Regierung verärgert über CAU-Präsidenten
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12:30 30.07.2019
Von Ulf Billmayer-Christen
Fand deutliche Worte: Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Prof. Kipp hatte die Regierung für die Niederlage der Christian-Albrechts-Universität im Exzellenz-Wettbewerb mitverantwortlich gemacht und zwei Kernforderungen gestellt. „Auch in Schleswig-Holstein sollte die Wissenschaft zur Chefsache gemacht oder zumindest ein echtes Wissenschaftsministerium eingerichtet werden, ... das nicht ein Anhängsel am Schulministerium ist.“ Zudem wäre laut Kipp eigentlich eine Verdoppelung des Uni-Grundhaushalts auf 360 Millionen Euro nötig.

Daniel Günther wies den Uni-Präsidenten aus dem Urlaub heraus in die Schranken. „Die Verbindung der Politik für Bildung und Wissenschaft in einem Ministerium, das den Weg von der Grundschule bis zur Hochschule begleitet, ist genau richtig“, sagte er KN-online. Ministerin Karin Prien mache einen exzellenten Job. „Ich sehe nicht den geringsten Grund, am Zuschnitt des Kabinetts, das erfolgreich arbeitet, irgendetwas zu verändern.“

Daniel Günther und Karin Prien kritisieren Lutz Kipp

Fakt ist, dass die Hochschulen im Bildungsministerium mit Staatssekretär Oliver Grundei bereits einen Ansprechpartner haben. Ein eigenständiges Ministerium für Wissenschaft und Kultur gab es zuletzt Mitte der 90er-Jahre und das auch nur, weil die damalige Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) das Riesen-Ressort aus Schule und Hochschule für „unregierbar“ hielt.

Lesen Sie auch ein Interview mit Wissenschaftsministerin Karin Prien zum Uni-Krach

Contra bekam Kipp auch von Ministerin Prien. Sie erinnerte daran, dass Schleswig-Holstein seine Zuweisungen an die Hochschulen ständig erhöhe, im laufenden Jahr auf 333 Millionen Euro. „Das zeigt, dass eine Forderung in Höhe von 360 Millionen Euro allein für die CAU als gelinde gesagt unrealistisch zu bewerten ist“, bilanzierte Prien. „Eine solche Forderung hilft weder der CAU noch dem Präsidenten.“ Die Ministerin räumte aber ein, dass die Finanzierung der Hochschulen noch nicht so gut ist wie in reicheren Bundesländern.

Rückendeckung erhielt die Regierung von CDU, FDP und Grünen. „Die Finanzierung der Wissenschaft ist durch die Jamaika-Koalition deutlich besser geworden“, sagte Tim Brockmann (CDU). „Dass der Stachel nun nach der Exzellenz-Entscheidung bei Herrn Professor Lutz Kipp tief steckt, ist im ersten Moment verständlich, nun sollte sich sein Blick aber auf die Realität und in die Zukunft richten.“

Grüne: Interne Versäumnisse Schuld an Niederlage

Deutlicher wurde FDP-Fraktionschef Christopher Vogt. „Wir brauchen nicht mehr Ministerien, sondern konkrete Pläne, um die nächste Bewerbung der CAU Kiel endlich zum Erfolg führen zu können.“ Vor der Jury-Entscheidung habe sich der Uni-Präsident sehr zuversichtlich gezeigt, so Vogt. Dass Professor Kipp jetzt der Ministerin die Schuld für das Scheitern geben wolle, sei schon „ziemlich starker Tobak“. Die Forderung nach einer Verdoppelung der Zuschüsse bezeichnete Vogt als „schlichtweg utopisch“.

Einen Korb holte sich Lutz Kipp auch bei den Grünen. „Sicherlich kann man keinen Euro zu viel in die Hochschulen unseres Landes geben, aber eine pauschale Verdoppelung des Haushaltes aufgrund der gescheiterten Bewerbung zur Exzellenzuniversität zu fordern, greift zu kurz“, sagte Lasse Petersdotter. Er erinnerte auch daran, dass die Gründe für die Pleite der CAU im Exzellenz-Wettbewerb noch nicht bekannt sind. Dem Vernehmen nach scheiterte die Uni auch wegen interner Versäumnisse.

Verhaltenen Beifall bekam der Uni-Präsident von der SPD. „Wir müssen der Wissenschaft einen größeren Stellenwert beimessen, wenn wir auf lange Sicht erfolgreich sein wollen“, sagte Heiner Dunckel. Die SPD lehne die Idee eines eigenen Wissenschaftsressorts nicht grundsätzlich ab.

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