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Schleswig-Holstein Land will keine Wolfzäune auf den Deichen
Nachrichten Schleswig-Holstein Land will keine Wolfzäune auf den Deichen
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14:37 02.03.2019
Jan Philipp Albrecht (Bündnis90/Die Grünen), schleswig-holsteinischer Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Kiel

„Diese Problematik fordert gesonderte Lösungen“, sagte Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne). Der Minister und sein niedersächsische Kollege Olaf Lies (SPD) bitten deshalb in dem Schreiben an EU-Kommissar Phil Hogan um ein Gespräch in Brüssel darüber, „wie ein guter, verhältnismäßiger und für alle Seiten zufriedenstellender Ausgleich zwischen dem Schutz des Wolfes unter der FFH-Richtlinie einerseits und den Besonderheiten des Küstenschutzes durch Deichbeweidung andererseits erreicht werden kann“.  

In dem Schreiben betonen Albrecht und Lies, dass ihnen der Schutz des Wolfes am Herzen liege und es für die „erfolgreiche Wolfspolitik“ eine „nach wie vor hohe Akzeptanz in der Bevölkerung“ gebe. Gleichwohl würden Forderungen nach wolfsfreien Zonen laut. Sie sind gemäß EU-Recht bisher unzulässig. Die Länder würden daher an der stetigen Verbesserung von Herden-Schutzmaßnahmen arbeiten. Aber: „Es ist zunehmend schwierig, diesen enormen Ressourcenaufwand gegenüber der Öffentlichkeit zu vermitteln.“

Gefährdung des Küstenschutzes droht

In dem Schreiben gehen die Minister dann auf den Sonderfall Nordseeküste ein, wo praktikable Schutzmaßnahmen nicht möglich seien. Begründung: Der Schutz der Deichschafe würde einen „extrem hohen Einsatz von Zaunmaterial“ fordern. Die oft hohen Windstärken verhinderten zudem „adäquate Zaunhöhen“, und wasserseitige Zäune seien wegen der Flut nicht möglich.

„Die Betriebe geraten durch die Bedrohung durch Wölfe zunehmend an ihre physischen, emotionalen und finanziellen Grenzen“, warnen die Minister. „Die Gefahr besteht, dass die Betriebe unter diesen Voraussetzungen aufgeben.“ In der Konsequenz drohe „eine erhebliche Gefährdung des Küstenschutzes".

In dem Schreiben lassen Albrecht und Lies offen, wie sie Wolf und Schafe schützen wollen. Klar ist, dass viele Deichschäfer auf einen Abschuss von Problemwölfen setzen. Dazu müsste Brüssel aber eine der Voraussetzungen für den Abschuss streichen. Anlegen dürfen Jäger bisher allenfalls, wenn ein Wolf einen Elektro-Schutzzaun mindestens zweimal übersprungen hat.

Von Ulf Billmayer-Christen

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