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Schleswig-Holstein SH will sich als Sportland profilieren
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Schleswig-Holstein will sich als Sportland profilieren

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16:19 08.09.2020
Es geht um eine Bewegungsoffensive an Kitas und Schulen sowie um die weitere Verbesserung der Sportinfrastruktur. Quelle: Uwe Paesler
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Kiel

Vorläufiges Ergebnis sind 118 Handlungsempfehlungen, die jetzt dem Landtag für politische Beratungen und Entscheidungen zugeleitet werden. Ziel sei so etwas wie ein Kompass für die weitere Entwicklung des Sports, sagte Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) am Dienstag nach einem entsprechenden Kabinettsbeschluss.

Am Ende soll eine landesweite Sportentwicklungsplanung stehen. Grundlage der Arbeit seien repräsentative Befragungen von Schleswig-Holsteinern zu ihren Wünschen für den Sport gewesen, sagte die Ministerin. "Schleswig-Holstein ist das erste Flächenland in Deutschland, das eine derartig umfangreiche Bestandsaufnahme in Angriff genommen hat."

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Unter anderem gehe es um eine Bewegungsoffensive an Kitas und Schulen sowie um die Verbesserung der Sportinfrastruktur, sagte die Ministerin. Aus einer Erhebung von 2019 geht hervor, dass etwa 1100 von insgesamt rund 3000 kommunalen Sportanlagen sanierungs- und modernisierungsbedürftig sind.

Ein Schwerpunkt soll Schwimmunterricht sein

"Wir wollen den digitalen Wandel des Sports mitgestalten, Sportförderung und Leistungssport-Stützpunktsystem ausbauen, eine Initiative zum Schwimmen-Lernen starten und attraktive Räume für Sporttourismus schaffen", erläuterte Sütterlin-Waack. Im Schuljahr 2017/18 schaffte jeder fünfte Schüler nicht das Schwimm-Niveau für das Bronze-Abzeichen. Vereine könnten für jedes Kind, das bei ihnen Bronze erwirbt, einen Bonus bekommen, sagte Staatssekretärin Kristina Herbst.

"Es müssen mehrere regionale Zentren für die Nachwuchsförderung im Schwimm-Leistungssport aufgebaut werden, die die Athletinnen und Athleten professionell betreuen", heißt es in den Handlungsempfehlungen. Alle Schwimmsportvereine und Organisationen sollen finanziell unterstützt werden, um die Kosten für Wasserflächen und Übungsleiterhonorare aufbringen zu können.

Mehr Förderung für Handball

Mit den Handlungsempfehlungen wird auch vorgeschlagen, an einem zentralen Standort eine große, multifunktional nutzbare Veranstaltungshalle für mindestens 15 000 Zuschauer zu schaffen für Leistungssportveranstaltungen sowie für kulturelle und andere Events. Schleswig-Holstein sei das einzige Bundesland ohne eine derartige Halle für Großveranstaltungen. Ein weiteres Ziel: Handball soll als weitere Schwerpunktsportart anerkannt werden und damit mehr Fördermittel bekommen können.

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In allen Lebenswelten der Schleswig-Holsteiner solle eine nachhaltige Sport- und Bewegungskultur verankert werden, heißt es in einem Leitbild. "Wir wollen noch mehr Menschen bewegen und daher den Breitensport in jeder Altersgruppe stärken." Angestrebt wird auch eine durchgängige dritte Sportstunde an den Schulen in allen Klassenstufen. Auf eine Kostensumme für eine Umsetzung aller Vorschläge wollte sich Sütterlin-Waack nicht festlegen. Sie signalisierte, dass es insgesamt um einen dreistelligen Millionenbetrag gehen könnte.

Unterstützung für Vereine

In bewegungsarmer Corona-Zeit setze die Initiative für das Sportland Schleswig-Holstein einen wichtigen Kontrapunkt, sagte der Präsident des Landessportverbandes, Hans-Jakob Tiessen. Er begrüße die Aufwertung des Sports, der in schwieriger Zeit wesentliche Beiträge zum Zusammenhalt der Gesellschaft leisten könne. "Wir erreichen über unsere 2600 Vereine über eine Million Menschen." Seit 2015 hätten sie beispielsweise 15 000 bis 20 000 Migranten aufgenommen.

Von dpa

KN-online (Kieler Nachrichten) 08.09.2020
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