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Schleswig-Holstein Schafhalter im Land fürchten den Wolf
Nachrichten Schleswig-Holstein Schafhalter im Land fürchten den Wolf
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16:03 13.02.2019
Ein Wolf streift durch ein Gehege im Wisentgehege. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild
Wöhrden

 Schleswig-Holsteins Schäfer stehen für Naturschutz und Pflege der Kulturlandschaft. Doch sie fürchten den Wolf. Sie wollen nicht, dass Schleswig-Holstein ein «Wolfs-Land» wird. Bei einer Demonstration in Dithmarschen machten Schafhalter am Mittwoch auf ihre Probleme durch den grauen Jäger aufmerksam.

«So kann es nicht weitergehen», sagte Daniel Jäger auf einer Koppel an der Bundesstraße 5 nahe Heide. «Heute Nacht waren sie bei mir in Brunsbüttel, haben wieder ein Schaf getötet und zwei schwer verletzt. Das ist ganz grausam. Er lässt die meisten Schafe ja leben. Die liegen dann mit aufgerissener Bauchdecke, die Innereien gucken raus. Die kann man nur noch von dem Leiden erlösen.» Er habe bislang zwei Besuche des Wolfs gehabt. Die Bilanz: «Drei tote und fünf verletzte Schafe.»

Beinahe täglich Berichte

In den sozialen Netzen berichten Schafhalter beinahe täglich von Angriffen auf ihre Herden. Traurig zeigen sie Bilder von einem Schaf im Buchholzer Moor, das angefressen und schließlich eingeschläfert wurde, um es von seinem Leiden zu erlösen. Oder sind wütend, wenn in Brande-Hörnerkirchen keine 100 Meter von der Schule ein mit der Flasche aufgezogenes Schaf tot aufgefunden wird. «Es muss ein Weg gefunden werden, betroffene Tierhalter auch psychologisch zu unterstützen», sagte Uwe Petersen aus Neukirchen. «Die Belastung ist für den Einzelnen irre hoch, weil eine Art Familienmitglied einfach vom Wolf weggeputzt wurde.»

«Zu den getöteten Schafen müssen noch Totgeburten der überlebenden Schafe gezählt werden», sagte Hauke Dreeßen. «Existenzen sind bedroht. Wenn es so weitergeht, werden einige aufhören, und dann ist die Küste nicht mehr geschützt», sagte der Friedrichskooger Schäfer.

75 nachgewiesene Wolfsrisse im Jahr 2018

«Der Wolf macht uns Schäfern das Leben schwer», erklärte Henning Hinz, Landesvorsitzender des Schafzuchtverbandes. Bislang sei eine einzelne Litze mit 4000 Volt, kaum kniehoch gespannt, ein ausreichender Zaun gewesen, um die Schafe auf der Koppel zu halten. Jetzt müssen es vier Drähte sein mit einer Höhe von 1,05 Meter - «die vierfache Arbeit», sagte Hinz. «Das können wir nicht leisten. Wir sind alles Einzelkämpfer.»

Nach Angaben des Kieler Umweltministeriums wurden seit der Rückkehr des Wolfs im Jahr 2007 bis Anfang Januar insgesamt rund 98 Attacken auf Schafe, Kälber und Ponys registriert. «75 der nachgewiesenen Wolfsrisse stammen aus dem Jahr 2018», sagte Ministeriumssprecher Joschka Touré. Dazu kommen noch die vielen toten Tiere der vergangenen Wochen. «Die genauen Zahlen dazu werden noch zusammengetragen.

Übersicht: Wolfssichtungen in Schleswig-Holstein

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Von RND/dpa

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