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15:14 03.03.2017
Von Thomas Christiansen
„Die ultimative 4c rettet Thierry aus dem brennenden Haus“ lautet die Schlagzeile auf der Titelseite von Raja (10). Quelle: Thomas Christiansen
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Schönberg

Finn (9) hat Texte und Bilder zur Bürgermeisterwahl in seine Mappe geklebt und daneben geschrieben: „Weil der Reporter heute zu uns kommt.“ Natürlich wollen die Kinder wissen, wie ein Redakteur arbeitet, wie lang die Arbeitszeit ist und welches die schönsten und traurigsten Geschichten waren. Auf die Gegenfrage erzählen sie, was sie in der Zeitung besonders gern lesen: Sport, Tiere und moderne Technik wurden mehrfach genannt, aber auch Politik, Kultur und Freizeit und „Sachen auf dem Wasser“.

Die Schüler wollten eigene Texte schreiben

Ihre Titelseite sollten die Schüler ursprünglich aus Zeitungsartikeln zusammenstellen, doch viele wollten dann lieber eigene Texte schreiben, erklärt Lehrerin Susanne Lorenzen. „Die ultimative 4c rettet Thierry aus dem brennenden Haus“ lautet die Schlagzeile bei Raja (10). Wozu man wissen muss, dass Thierry der Hund der Lehrerin ist, bei der es aber nicht gebrannt hat. Während Raja auf ihrer Titelseite auch vermeldet, dass Trump nicht mehr Präsident sein dürfe, hat Levke (10) für ihn eine positive Nachricht erfunden: „Trump spendet jedem Tierheim 15000 Euro“. Bei Finn-Likas (9) heißt der Aufmacher „Drachen existieren doch“, bei Line (9) „Die Klasse 4c ist die beste Klasse der Welt“.

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So eine Schlagzeile wäre den Schülern der 4d natürlich nicht in den Sinn gekommen. Bei ihnen hat die Zeitung ohnehin andere Namen erhalten. Kjell (10) vermeldet in „Kjells Anzeiger“ die Nachricht: „Hallenkreismeistertitel 2017 für den TSV Schönberg“. In den „Salzwiesen Nachrichten“ von Morten (9) lautet die Zeile „Münze weg“ und in „Pauls aktuell unterwegs lokal sportlichen Nachrichten“ von Paul (9) geht es um die Wahl des neuen Bundespräsidenten: „Ein Mann für schwere Zeiten“.

Für die Nachwuchsreporter steht ein Interview an

Am Dienstag werden die Schüler der 4d auch als Interviewer tätig. Sie befragen Mohammad (10) aus Syrien und Dshabrail (11) aus Tschetschenien, wie es in ihren Ländern war und wie sie ihre Flucht nach Deutschland erlebt haben. Auf einer Landkarte zeigen die beiden ihre Fluchtwege. Als Mohammad zunächst schildert, dass er mit seiner Familie mit dem Bus in die Türkei und im Boot über das Schwarze Meer nach Mazedonien und Serbien kam und dann stockt, hilft ihm Lehrerin Manuela Wicke und nennt als Stichworte Österreich und hohe Berge. „Ja, wir sind über zwei Berge gegangen“, erinnert sich Mohammad. Dann ging es weiter nach Hamburg, Neumünster und schließlich Schönberg. Er weiß auch noch ganz genau, wie lange das alles gedauert hat: „Einen Monat und sieben Tage.“

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