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Schleswig-Holstein Gymnasien sieben schlechte Schüler aus
Nachrichten Schleswig-Holstein Gymnasien sieben schlechte Schüler aus
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07:00 05.03.2019
Will dem Trend des „Schüler-Aussiebens“ entgegen wirken: Martin Habersaat (SPD). Quelle: Markus Scholz/dpa
Kiel

Der SPD-Bildungspolitiker zeigte sich besorgt über die steigende Zahl der Schrägversetzungen zur Gemeinschaftsschule.  „Wir müssen dem Trend entgegenwirken“, mahnte er. Das Schulministerium dürfe die Gemeinschaftsschulen nicht als „Auffangbecken“ für gescheiterte Gymnasiasten betrachten. Und die Gymnasien müssten endlich für alle Schüler Verantwortung übernehmen

Prien macht Vorgängerinnen verantwortlich

Bildungsministerin Karin Prien (CDU) machte ihre Vorgängerinnen Britta Ernst (SPD) und Waltraud Wende (parteilos) für den Negativtrend verantwortlich. „Die Kombination aus freier Schulwahl und abgeschaffter Schulartempfehlung hat erhebliche Wirkung.“ Deshalb habe die Jamaika-Koalition die Grundschulen verpflichtet, den Eltern wieder eine Schulartempfehlung zu geben. Sie ist allerdings nicht verbindlich.

Regionaler Vergleich kaum möglich

Bereits zu den Schuljahren 2015/16 und 2016/17 mussten 1006 beziehungsweise 1022 Schüler der jeweils knapp 50000 Gymnasiasten die Segel streichen. Im folgenden Schuljahr traf es genau 1306 Schüler, davon 170 nach einem Jahr Gymnasium, 578 nach zwei Jahren zum Abschluss der Orientierungsstufe. Auch in den höheren Klassen, in denen eine Schrägversetzung nur auf Wunsch der Eltern möglich ist, wurden jeweils mehr als 180 Schüler auf die Gemeinschaftsschule geschickt.

Ein regionaler Vergleich ist aufgrund der unterschiedlichen Größe der Gymnasien kaum möglich. Im Berichtsjahr traf es in Kiel (elf Gymnasien) 126 Schüler. An den neun Gymnasien im Kreis Segeberg waren es 148 Schüler. Dahinter rangieren Ostholstein (sieben Gymnasien, 85 Schüler), Plön (vier, 56) und Neumünster (vier, 13).

Von Ulf Billmayer-Christen