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Schleswig-Holstein Wie starb der Mann beim Polizeieinsatz?
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18:19 03.11.2019
Von Heike Stüben
Auch ein Notarzt konnte dem 52-Jährigen am Sonnabend in Lübeck nicht mehr helfen. Er erlag den Schussverletzungen. Quelle: Holger Kröger
Lübeck

Fest steht, dass am Sonnabend gegen 16.30 Uhr ein Notruf bei der Polizei in Lübeck einging: Ein Mann, der mit seiner Tochter im Stadtpark spazieren ging, fühlte sich von dem 52-Jährigen bepöbelt und bedroht. Zunächst wurden darauf zwei Polizeibeamte in den Park geschickt. Dort fielen dann gegen 16.50 Uhr Schüsse.

Wie viele Schüsse abgegeben wurden, wollen die Ermittler noch nicht sagen. Fest steht aber das Ergebnis der rechtsmedizinschen Untersuchung vom Sonntag: Danach wurde der 52-Jährige von zwei Schüssen im Oberkörper getroffen. Diese Schussverletzungen waren auch die Todesursache.

Schüsse im Stadtpark Lübeck - Reanimation blieb erfolglos

Trotz seiner Verletzungen konnte er aber noch bis in die Parkstraße in Lübeck flüchten. „Dort wurde er auf der Terrasse eines Wohnhauses liegend aufgefunden. Die Reanimationsmaßnahmen des Notarztes blieben erfolglos", erklärte Braunwarth gegenüber KN-online. Polizisten seien nicht verletzt worden.

Stadtpark und Parkstraße wurden unverzüglich durch ein Großaufgebot an Polizisten weiträumig abgesperrt. Wegen der Dunkelheit wurde das Technische Hilfswerk angefordert, um den Park und die Umgebung auszuleuchten, berichteten die Lübecker Nachrichten.

Die Spurensicherung arbeitete bis in den späten Abend vor der Villa in der Parkstraße. Im Park sichteten Anwohner mindestens zwei Polizisten mit Maschinenpistolen. Möglicherweise ging die Polizei von weiteren Tätern aus. Kurz vor 19 Uhr gaben die Beamten aber Entwarnung. Gefahr für die Anwohner des Parks bestehe nicht.

Schreckschusswaffe und Schlagstock wurden im Park gefunden

Das gesamte Gebiet wurde am Sonntag dennoch weiter nach einer Waffe und Projektilen abgesucht. Das deutet daraufhin, dass es entgegen ersten Vermutungen unklar ist, ob der 52-Jährige geschossen hat und das Wort Schusswechsel zutrifft.

Am Sonntagabend meldete die Polizei, dass es sich um mehrere Schüsse gehandelt habe und man nach die bisherigen Ermittlungen von einem Schusswechsel zwischen dem Mann und dem Polizisten ausgehe. Eine Schreckschusswaffe und ein Schlagstock wurden im Park gefunden.

Mann war bis 2014 in Sicherungsverwahrung

Der 52-Jährige ist im Kreis Segeberg gemeldet gewesen, wohnte dort aber nicht mehr. Sein genauer Wohnort sei unbekannt, sagte der Staatsanwalt. Er sei den Ermittlungsbehörden allerdings bekannt und mehrfach strafrechtlich verfolgt worden - vor allem wegen schwerer Raubdelikte und räuberischer Erpressung. Deshalb hatte er auch mehrere Haftstrafen abgesessen und war bis 2014 in Sicherungsverwahrung gewesen.

Erst am Freitag war ein Autofahrer in Ahrensburg im Laufe eines Polizeieinsatzes gestorben. Der 55-Jährige hatte sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Als diese den Flüchtigen schließlich stoppen konnte, wurde der Mann aus seinem Autos gezogen und auf dem Boden fixiert – eine nicht ungewöhnliche Vorsichtsmaßnahme in solchen Situationen. Dabei starb der Mann. Er soll nach Polizeiangaben einen Kreislaufstillstand erlitten haben.

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