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Schleswig-Holstein Jüdische Gemeinden Schleswig-Holstein: Vorsichtiger sein, nicht überreagieren
Nachrichten Schleswig-Holstein Jüdische Gemeinden Schleswig-Holstein: Vorsichtiger sein, nicht überreagieren
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19:32 09.10.2019
Von Steffen Müller
Nach den tödlichen Schüssen in Halle: Vor der von außen nicht als Synagoge in der Jahnstraße in Kiel stehen zwei Polizeibeamte zur Sicherung. Quelle: Ulf Dahl
Bad Segeberg/Kiel

Der Anschlag auf die Synagoge in Halle bewegt auch die Jüdischen Gemeinden in Schleswig-Holstein. „Selbstverständlich ist das ein Thema bei uns“, sagt Ljudmila Budnikov, die stellvertretende Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Bad Segeberg. „Es ist unfassbar, was in Halle passiert ist.“

Budnikov warnt aber vor Überreaktionen. „Wir dürfen nicht in Panik verfallen. Die Angst darf nicht unser Leben bestimmen.“ Auch Vorverurteilungen lehnt sie ab. Bevor die Hintergründe nicht bekannt seien, sollte nicht über das Tatmotiv spekuliert werden.

Warnmeldung an Jüdische Gemeinden in Schleswig-Holstein verschickt

Zu einer Vorsichtsmaßnahme sah sich der schleswig-holsteinische Landesverband der Jüdischen Gemeinden dennoch gezwungen. „Wir haben eine Warnmeldung an alle Vorstände verschickt“, berichtet der Landeschef Walter Blender, der auch Vorsitzender der Segeberger Gemeinde ist.

So sollten Gottesdienste nicht im Erdgeschoss oder gut einsehbaren Räumen abgehalten werden. Blender betont allerdings, dass man mit dem Schreiben „warnen, aber nicht verunsichern“ wolle.

In der Segeberger Gemeinde sah sich Blender jedoch gezwungen, den abschließenden Jom-Kippur-Gottesdienst am Mittwochabend an einen anderen Ort zu verlegen.

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Landeschef Walter Blender: Mussten Mitglieder beruhigen

In dem Schreiben rät er, große Menschenmengen zu vermeiden. „Wir mussten etwas tun, um unsere Mitglieder zu beruhigen.“ Denn trotz all der guten Vorsätze, sich das Leben von solchen Attacken nicht beeinflussen zu lassen, herrsche innerhalb der Gemeinde Unsicherheit.

Daher wurde der Kontakt zur Polizei intensiviert. Sobald etwas Verdächtiges auffällt, soll sofort Bericht erstattet werden. „Wir müssen einfach vorsichtiger sein“, meint Ljudmila Budnikov. „Es ist wie Zuhause, da lässt man die Tür auch nicht einfach offen.“ Wer in die Synagoge in Bad Segeberg möchte, muss klingeln und sich anmelden.

Polizeischutz für jüdische Einrichtungen in Schleswig-Holstein

Bei der Landespolizei herrscht erhöhte Aufmerksamkeit. „Lage-Anpassung“, sagt ein Sprecher über die neuen Sicherheitsmaßnahmen, ohne ins Detail zu gehen. Die polizeiliche Beobachtung sämtlicher jüdischer Einrichtungen in Schleswig-Holstein werde intensiviert, darüber hinaus gibt es Gespräche zur technischen Sicherheitsausstattung der Gemeinden.

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