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Schleswig-Holstein Digitales Lernen soll Standard werden
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20:13 12.10.2016
In der Kieler Grundschule am Heidenberger Teich gehören Tablet-Computer schon im Unterricht der ersten Klassen ganz selbstverständlich dazu. Nach nur sechs Wochen können die Schüler bereits mit den IPads umgehen. Quelle: Volker Rebehn
Kiel

Das Programm, das sich DigitalPakt#D nennt, wendet sich auch an Schleswig-Holsteins Grundschulen und Gymnasien, Gemeinschafts- und Berufsschulen – insgesamt 803 an der Zahl. Die in der Schulpolitik eigentlich zuständigen Länder sollen sich im Gegenzug verpflichten, ihre Pädagogen fortzubilden, Konzepte umzusetzen und technische Standards zu schaffen.

Die Kieler Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) reagierte auf den geplanten Schulterschluss zwischen Bund, Ländern und Kommunen positiv. „Ich freue mich über jede Initiative in diese Richtung“, sagte sie. Lernen mit digitalen Medien sei ein Schwerpunkt ihrer Arbeit. Nach einer Umfrage in den Einrichtungen hätten bereits 61 Prozent der Schulen ein Konzept für Medienbildung. Im Übrigen sei man sich auf einer gemeinsamen Tagung mit den Schulträgern einig gewesen, dass die digitalen Herausforderungen nur gemeinsam zu bewältigen seien.

Ein riesiges Feld

Die Grünen-Abgeordnete Anke Erdmann, in Bildungsfragen in der Regierungskoalition eine Tonangeberin, bescheinigte Wankas Initiative Schubkraft. „Die brauchen wir. Wir sollten uns aber Geld für frei zugängliche Lernsoftware beiseite legen, die Lehrer individuell für ihre Klassen zuschneiden können. Das ist ein riesiges Feld.“

Während DGB-Vizechefin Elke Hannack darauf hinwies, dass an deutschen Schulen ein Sanierungsstau von rund 34 Milliarden Euro bestehe und Kommunen damit überfordert seien, warnte der Landtagsabgeordnete Martin Habersaat (SPD) davor, Schulbauqualität und digitales Lernen gegeneinander auszuspielen. Beides sei nötig und Wankas Digitalpakt deshalb nur ein erster Schritt. Was seine Kollegin Anita Klahn (FDP) ähnlich beurteilte. „Wenn es an den Schulen durchs Dach regnet und durch die Fenster zieht, hilft der schönste Glasfaseranschluss nichts.“ CDU-Bildungsexpertin Heike Franzen schoss gegen Ministerin Ernst eine Breitseite: „Außer an ein paar Projektschulen“ sei hierzulande an Digitalisierung noch nichts angekommen. Deshalb sei sie über Wankas Vorstoß froh.

Medienkompetenz entwickeln

Zu solchen digitalen Vorzeigebeispielen im Norden gehört die Grundschule am Heidenberger Teich in Kiel, die außer über fünf Whiteboards (elektronische Schultafeln) noch insgesamt 56 Tablet-Computer im Unterricht einsetzt. Finanziert wurde die Technik fast ausschließlich aus dem Schuletat, Spenden, Zuschüssen von Stiftungen oder vom Förderverein der Kieler Grundschule.

Der Einsatz der modernen Technik hat sich aus Sicht von Schulleiterin Ulrike Schmidt-Hansen bereits nach kurzer Zeit bewährt: „Die Vernetzung erleichtert Arbeitsabläufe von Lehrern, steigert bei Kindern die Medienkompetenz und ihre Lust am spielerischen Experiment.“

Von Christian Hiersemenzel und Jürgen Küppers

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