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Schleswig-Holstein Viele Fragen zu Zeitung und Journalismus
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Schulprojekt MiSch: Viele Fragen zu Zeitung und Journalismus

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10:39 22.04.2021
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Wie entstehen die Kieler Nachrichten?
Wie entstehen die Kieler Nachrichten? Quelle: pae
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Kiel

Warum haben die Zeitungen am Rand Löcher?

Die Löcher am Rand der Zeitung stammen aus dem Herstellungsprozess in der Druckerei. Die Kieler Nachrichten werden in dem großen KN-Druckzentrum in Kiel-Moorsee aufs Papier gebracht.

Von sehr großen Papierrollen laufen die Papierbahnen durch die riesigen Druckmaschinen. Die Artikel und Fotos, die die Redakteure am Tag produziert haben, werden mit den Maschinen nachts auf die Papierbahnen gedruckt, damit ihr am frühen Morgen schon eure KN lesen könnt.

Die kleinen Löcher, die ihr jeden Tag an eurer Zeitung erkennen könnt, stammen aus diesem Prozess. Sie werden Punkturen genannt. Wenn die aktuelle KN fertig gedruckt ist, müssen die einzelnen Zeitungen noch aus den langen Papierbahnen ausgeschnitten werden. Dafür wird das Papier in den Maschinen mit den sogenannten Punktur-Nadeln fixiert, damit nichts verrutscht und die Zeitungsseiten ordentlich und gerade ausgeschnitten werden können. So entstehen dann die kleinen Löcher am Rand – die Punkturen, über die sich wahrscheinlich viele Leute jeden Tag wundern.

Ihr könnt übrigens das Druckzentrum der Kieler Nachrichten auch als Schulklasse besichtigen. Momentan ist das zwar wegen der Corona-Pandemie nicht erlaubt. Aber wenn das vorbei ist und wir alle wieder mehr Kontakt haben dürfen, könnt ihr ja mal mit euren Lehrerinnen und Lehrern darüber sprechen, ob ihr vielleicht mal einen Klassenausflug nach Moorsee machen wollt. Das lohnt sich wirklich und ist sehr spannend.

So sieht es im Druckzentrum aus

Wie wird man Reporter?

Reporter kann man über verschiedene Wege werden. Am wichtigsten ist, dass man ganz viele praktische Erfahrungen sammelt. Schon während der Schulzeit kann beispielsweise ein Praktikum bei einer Lokalredaktion gemacht werden. Mit ein bisschen Glück kann man hinterher als freier Mitarbeiter oder Mitarbeiterin weiter machen.

Freie Mitarbeiter sind nicht fest angestellt, sondern arbeiten nur an den Themen, zu denen sie Zeit und Lust haben. Bezahlt werden sie dann für ihre getane Arbeit. Dadurch kann man ganz flexibel neben der Schule schon schreiben, schreiben, schreiben.

Die klassische journalistische Ausbildung ist das zweijährige Volontariat. Die „Volos“ arbeiten in allen Bereichen des Verlages für ein paar Monate und lernen so den journalistischen Alltag gut kennen.

Ein abgeschlossenes Studium ist im Beruf auch hilfreich. Einige studieren Journalistik, um noch mehr über den redaktionellen Alltag hinaus zu lernen. Man kann aber auch alles andere studieren. Denn wenn man Sportreporter werden möchte, hilft es eben, sich besonders gut mit Sport auszukennen. Als Politikreporter ist ein Politikstudium gut, um die ganzen Zusammenhänge besser verstehen zu können.

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Was ist das Spannendste am Beruf des Journalisten?

Reporterinnen und Reporter lernen jeden Tag neue Dinge. Zum Beispiel befassen sie sich an einem Tag mit Corona-Tests an Schulen, am nächsten Tag vielleicht mit alter Munition im Meer oder den Sorgen von Hotelbesitzern in der Krise. Dabei lassen sich Journalistinnen und Journalisten immer die Lage von Menschen schildern, die von einem Problem betroffen sind oder ein Experte auf ihrem Gebiet sind.

Wir begegnen dabei nicht nur vielen ganz unterschiedlichen Personen, die ihre Geschichten erzählen, sondern dürfen oft auch Gebäude wie Fabriken besuchen, in die man normalerweise nicht so einfach reinkommt. Besonders spannend ist die Recherche von Themen, bei denen jemand etwas verbergen möchte – zum Beispiel ein Politiker oder eine Firma. Wenn Reporterinnen und Reporter dann versuchen herauszufinden, was wirklich passiert ist, ist das ein bisschen wie Detektivarbeit.

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Warum gibt es in der Zeitung Fotos?

Fotos sind ein sehr wichtiger Bestandteil der Zeitungsarbeit. Der Fotograf/Fotojournalist muss es schaffen, die Neugier und das Interesse der Leser zu erreichen, damit sie den Artikel lesen wollen und die Zeitung deswegen kaufen – egal ob gedruckt oder online. Gute Bilder liefern Informationen sehr viel schneller als reine Texte.

Ein Fotojournalist muss sehr flexibel sein. Er hat für jede Abteilung in der Redaktion Bilder zu liefern – also: Lokalnachrichten, Politik, Sport, Kultur, Luftbilder und vieles mehr. Der Beruf ist sehr abwechslungsreich und daher wirklich nie langweilig.

Ein guter Fotojournalist ist allgemein gut informiert und bietet der Redaktion auch selbstständig Bilder an, wenn ihm ein Motiv auffällt.

Wie viel Papier wird für die Zeitung verbraucht?

Für eine normale Wochenausgabe der Kieler Nachrichten einschließlich der Segeberger Zeitung verbrauchen wir, je nach Umfang, circa 7000 bis 8000 Kilogramm Papier. Gibt es für die Ausgabe am Montag einen Überhang, dann können es auch bis zu 9500 Kilogramm sein.

Für die Ausgabe am Sonnabend verbrauchen wir bei einem Gesamtumfang von 64 Seiten rund 17000 Kilogramm Papier. Hieraus ergibt sich übers Jahr ein Papierverbrauch von insgesamt circa 2900 Tonnen. Wir setzen für die Kieler Nachrichten Papier ein, welches zu 100 Prozent aus dem Recycling stammt.

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Seit wann gibt es die Zeitung überhaupt?

Wenn man es ganz genau nimmt, haben die Kieler Nachrichten tatsächlich schon ein paar Jahre auf dem Buckel – mehr als 150 sind da schon zusammengekommen.

Unsere Zeitung ist nämlich aus zwei ganz alten Zeitungen des 19. Jahrhunderts hervorgegangen: Das war zum einen die „Kieler Zeitung“ von 1864 und zum anderen der „General-Anzeiger für Schleswig-Holstein“ von 1894, ein Jahr später erschien der mit dem Zusatztitel „Kieler Neueste Nachrichten“.

Aus diesen beiden Zeitungen wurden später die „Kieler Nachrichten“. Das war 1946, also unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. Die erste Ausgabe der KN erschien am 3. April 1946.

Vielleicht findet ihr auch das noch interessant: 1996, also vor 25 Jahren, sind wir mit unserer Internetseite kn-online.de im Netz online gegangen.

Und seit 2003 kann man auch auf dem Computer, dem Tablet oder Handy die KN elektronisch als ePaper lesen.

Die App KN-Mobil gibt es seit dem Jahr 2012 – so können wir die neuesten Nachrichten direkt auf das Smartphone schicken. Seit 2018 erscheint unser ePaper super aktuell bereits am Abend. So kann man dann immer schon vor dem Erscheinen der Papierausgabe die Zeitung von Morgen lesen.

Von Jorid Behn, Anne Holbach, Ulf Dahl, Björn Knittler und Nora Saric