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Schleswig-Holstein Nest-Paten gesucht: Wer kann den Rotmilanen helfen?
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Schutz-Projelkt für Rotmilane in Schleswig-Holstein - Nest-Paten gesucht

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12:01 11.03.2021
Von Heike Stüben
Rotmilane sind in Schleswig-Holstein immer wieder an Gift verendet. Jetzt soll ein Schutzprojekt helfen. 
Rotmilane sind in Schleswig-Holstein immer wieder an Gift verendet. Jetzt soll ein Schutzprojekt helfen.  Quelle: Jan Kieckbusch
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Seit Jahren werden immer wieder tote Rotmilane im Umkreis von Neumünster entdeckt. Oft sind die Todesursachen an den Kadaver nicht mehr zu klären. Doch mehrfach wurde dort, wo die Verwesung noch nicht zu weit fortgeschritten war, die Todesursache nachgewiesen: ein Insektizid, dass seit Jahren nicht mehr zugelassen ist.

Der Verdacht, dass die Milane vorsätzlich vergiftet worden waren, lag nahe. Doch Täter konnten bisher nicht überführt werden.

Bis zu fünf Jahre Haft, wer Rotmilanen nachstellt

Rotmilane gehören wie alle Greifvögel zu den streng geschützten Arten. Wer ihnen nachstellt, verstößt gegen Jagd-, Naturschutz- und Tierschutzrecht. Das ist eine Straftat, die mit bis zu 50.000 Euro Geldstrafe oder bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden kann.

Durch die 19 toten Rotmilane ist der Bestand der Art dezimiert worden. Dabei steht Deutschland international in der Verantwortung, für einen guten Bestand an Rotmilanen zu sorgen. Der Grund: In Deutschland brütet etwa die Hälfte des weltweiten Bestandes dieser Greifvögel - und davon früher der große Teil in Schleswig-Holstein.

Taten verhindern: Mit Nest-Paten für Rotmilane in Schleswig-Holstein

Um eine Fortsetzung der Serie zu verhindern, startet das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) jetzt ein regionales Projekt in den Teilen der Kreise Segeberg, Plön und Rendsburg-Eckernförde.

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Das Projekt hat mehrere Ziele: Das LLUR will mehr über die Situation der Rotmilane in dem Gebiet erfahren. Wo siedeln sich neue Vögel an? Wie viele Paare brüten? Wie groß ist der Bruterfolg? Welche Störfaktoren gibt es? Das Projekt soll aber auch weitere illegale Handlungen an Bäumen, Nestern, Eiern und Vögeln verhindern. Dazu bittet das LLUR interessierte Bürger um Mithilfe.

Das sind die Aufgaben für Nest-Paten

Worum geht es konkret? Die Nest-Paten werden geschult und sollen in der Brutzeit von etwa Mitte März bis Mitte Juli das Brutgeschehen beobachten und dokumentieren. Dazu werden die Nest-Paten von Fachleuten mit den Methoden vertraut gemacht, wie sie die Rotmilane beobachten und den Brut-Fortgang erfassen können, ohne die Tiere zu stark zu stören.

Ihre Beobachtungen können die Nest-Paten dann über die Internetplattformen wie ornitho.de oder über die App Naturalist melden. Sensible Daten, wie etwa der Standort des Nestes, sind für die Allgemeinheit gesperrt. Wenn Probleme auftreten oder die Paten bei der Bewertung unsicher sind, ist eine Unterstützung durch das Projektteam jederzeit möglich.

Paten haben Seeadler geschützt

Ein ähnliches Vorgehen war beim Schutz der Seeadler in den vergangenen Jahrzehnten bereits erfolgreich. Für das neue Projekt Rotmilan hat das LLUR nach einer Ausschreibung mit Mitteln des Umweltministeriums einen Werkvertrag mit dem Büro BioConsult SH geschlossen. Seine Aufgaben sind neben dem Monitoring die Erprobung von Nest-Beobachtung und Nest-Patenschaften sowie die Information der betroffenen Landnutzer.

Wer an einer Patenschaft für Rotmilane interessiert ist, kann sich an Birger Reibisch vom Projektteam unter der E-Mail-Adresse info@projekt-rotmilan-sh.de wenden.