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Schleswig-Holstein Bund fördert Warnsignalgerät PAL
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13:07 11.03.2018
Von Kristiane Backheuer
Das PAL-Gerät von Boris Culik hält mit einem Signal, das Warnrufen von Schweinswalen ähnelt, die Tiere von Netzen fern. Quelle: Sven Janssen
Heikendorf

Das Gerät wird an Fischernetzen befestigt und hält mit einem Signal, das den Warnrufen von Schweinswalen ähnelt, die Tiere von den Fangmaschen fern.

Die Erfindung, die sich Culik 2013 patentieren ließ, wurde zunächst in kleinen Stückzahlen von einigen kommerziellen Fischern aus Strande, Eckernförde, Fehmarn sowie in Vedbaek bei Kopenhagen getestet. Die vom Thünen-Institut für Ostseefischerei in Rostock unabhängig ermittelte Erfolgsquote ist beeindruckend. „Der Beifang hat sich signifikant um etwa 70 Prozent verringert“, so Boris Culik.

1680 Fischer im Norden testen bereits das Gerät

Im April 2017 wurden 1680 Geräte an schleswig-holsteinische Fischer ausgegeben. „Nur leider zeichnet sich ab, dass die Anzahl der Geräte nicht ausreichen wird, um alle Fischer in Schleswig-Holstein damit auszustatten“, sagt Boris Culik. Die beteiligten Fischer, die die Warngeräte kostenlos bekommen, seien bisher sehr zufrieden.

Zur Vermeidung eines Schweinswal-Beifangs sind pro Seemeile Netz rund zehn PAL-Geräte in drei Jahren erforderlich. Das entspricht der Lebensdauer der austauschbaren Batterien. Bei einem Gerätepreis von rund 140 Euro ein vertretbarer Aufwand, um die Population unserer Kleinwale zu schonen, findet Culik. PAL wird in Mecklenburg-Vorpommern gefertigt, in Heikendorf erfolgen Endmontage, Qualitätssicherung und Abnahme. Am Ostsee-Infocenter in Eckernförde können sich Fischer melden, die an dem Projekt noch teilnehmen wollen.

Dänen und Schweden sollen mit ins Boot geholt werden

Um den Einsatz auch außerhalb von Schleswig-Holstein voranzutreiben, hat sich Boris Culik nun an die Kieler EU-Fischereiexpertin Ulrike Rodust (SPD) gewandt. „Es wäre wichtig, auch Mecklenburg-Vorpommern, Dänemark, aber auch Schweden miteinzubeziehen“, so Culik.

„Mit dem PAL liegt ein vielversprechender Ansatz vor, dem Problem von Beifängen zu begegnen. Wichtig ist, dass es nun noch breiter getestet wird – zum Beispiel auch von dänischen Fischern in anderen Teilen der Ostsee. Ich bemühe mich, hier über meine dänischen Fraktionskollegen Kontakte herzustellen“, so Rodust.

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