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Schleswig-Holstein Land und Bauern in Alarmbereitschaft
Nachrichten Schleswig-Holstein Land und Bauern in Alarmbereitschaft
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12:45 14.12.2019
Von Christian Hiersemenzel
Landwirtschaftsminister Albrecht will sich mit Übungen und der Anschaffung von Zäunen gegen die Schweinepest rüsten. Quelle: Ronald Bonß
Kiel

„Wir sind dauerhaft in Alarmbereitschaft und haben uns intensiv auf den Fall vorbereitet, dass sie ausbricht“, sagte er gestern. Albrecht sprach von gemeinsamen Übungen mit Hamburg und Dänemark, aber auch von der Anschaffung von Zäunen. „Im Ernstfall können wir das Gebiet, wo die ASP auftritt, weiträumig absperren, um eine weitere Verbreitung auszuschließen.“

Preis für Schweinefleisch würde fallen

Selbst wenn die Afrikanische Schweinepest in Deutschland nur bei Wildschweinen auftreten sollte, hätte das wirtschaftliche Folgen für die Branche. Die Behörden müssten weiträumig Schlachtungen anordnen, und die Exportgrenzen würden weitgehend geschlossen, sodass wichtige Absatzmärkte verloren gingen. Schweinefleischexporte in Länder außerhalb der EU wie nach China oder in andere asiatische Länder würden gestoppt, teilte das Landwirtschaftsministerium in Berlin mit.

Albrecht sieht das ähnlich. „In dem Moment, in dem in Deutschland ein ASP-Fall auftritt, würde der Preis für Schweinefleisch in der ganzen Bundesrepublik fallen“, sagte er, „weil sich die Abnehmer auf dem internationalen Markt dann andere Quellen suchen würden. Das würde uns hart treffen.“ Deutschland müsse bei Absatzmärkten und Verbrauchern Vertrauen schaffen.

Größte Gefahrenquelle ist der Mensch

In Polen sei nicht sofort reagiert, sondern sehr weiträumig abgesperrt worden. „Die Kontrolle dessen, was passiert, ist dann sehr schwer.“ Es gehe auch nicht vorrangig um Wildschweine, die über die Grenze laufen. Das sei weder in Polen noch in Belgien der Fall gewesen, wo die Seuche ebenfalls aufgetaucht ist. Größte Gefahrenquelle sei der Mensch, der mitgebrachte Essensreste auf Rastplätzen liegen lasse oder in Betrieben und auf Tiertransporten nicht ausreichend Hygiene walten lasse.

Bedrohung für Landwirte

Aus Sicht des CDU-Agrarexperten Heiner Rickers wäre der Ausbruch der ASP in vielerlei Hinsicht katastrophal: für den ländlichen Raum, für die Fleischverarbeitung, für die Bauern an sich, aber auch für die freilebenden Wildschweine. „Das Ganze bringt nicht nur viel Tierleid mit sich, sondern bedroht auch die Existenz unserer Landwirte. Der Fleischpreis wird relativ schnell verfallen.“ Deutschland sollte sich ein Beispiel an den Dänen nehmen. „Sie haben weniger Grenzübergänge und kontrollieren den Güterverkehr ganz scharf.“

Unterdessen profitieren die deutschen Schweinemäster derzeit davon, dass die Pest in China grassiert.

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