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Schleswig-Holstein Vorsicht beim Start in die Saison!
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08:01 24.04.2018
Von Bastian Modrow
Immer mehr Schleswig-Holsteiner fahren Motorrad: Zum Start in die Saison bittet die Polizei um erhöhte Aufmerksamkeit. Quelle: dpa
Kiel

1596 Unfälle an denen Motorräder beteiligt waren, zählte die Polizei 2017 in Schleswig-Holstein. Zwar stieg die Zahl nur um weniger als ein Prozent im Vergleich zu 2016, viel mehr Sorge aber bereiten den Behörden die vielen Verletzten.

Statistisch war 2017 jeder fünfte auf den Straßen im Norden schwer verletzte oder getötete Verkehrsteilnehmer ein Motorradfahrer. Regional gibt es Unterschiede: In den Kreisen Plön, Stormarn und Ostholstein sowie in Kiel registrierte die Polizei zuletzt deutlich mehr Motorradunfälle, rückläufige Entwicklungen gab es in Neumünster, Pinneberg und Schleswig-Flensburg.

Unfallrisiko Nummer ein: überhöhte Geschwindigkeit

„Nicht angepasste beziehungsweise überhöhte Geschwindigkeit ist und bleibt Unfallursache Nummer eins bei Motorradunfällen“, sagt Torge Stelck vom Landespolizeiamt. Fehler beim Abbiegen und Überholen spielten ebenfalls eine große Rolle.

„Der überwiegende Anteil der verunglückten Motorradfahrer war Verursacher oder Mitverursacher der Unfälle“, sagt Stelck mit Blick auf die Polizeistatistik. Am häufigsten verunglücken demnach neben Neueinsteigern Biker ab dem 45. Lebensjahr.

Die Anzahl angemeldeter Krafträder in Schleswig-Holstein steigt dabei seit Jahren kontinuierlich an – von 135230 im Jahr 2012 auf zuletzt 143350.

Experten raten zu Sicherheitstrainings

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) betrachtet die Häufung von Motorradunfällen mit großer Sorge. „Hilfreich kann für Biker sein, zu Beginn der Saison ein spezielles Fahrsicherheitstraining zu besuchen“, so Vorstandsmitglied Thomas Gründemann.

Die Nachfrage nach den Angeboten ist landesweit zwar hoch, „die, die wir erreichen müssten, kommen nur nicht“, sagt Ulf Evert vom ADAC. In den meisten Fällen nähmen die „besonnenen“ und „sicheren“ Fahrer an den Kursen teil. „Die risikobereite Klientel besucht in den meisten Fällen kein Sicherheitstraining“, bedauert Evert.

Landespolizei will verstärkt kontrollieren

Das Landespolizeiamt kündigt an, „gezielte Überwachungsmaßnahmen insbesondere an Unfallschwerpunkten durchzuführen, um die Unfallzahlen zu senken“, sagt Stelck. Bei einer Kontrollaktion im Kreis Segeberg stoppte die Polizei am Sonntag einen Biker mit Tempo 154 anstatt erlaubter 60.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft drängt auf eine grundsätzlich stärkere Verkehrsüberwachung: „Unsere Landespolizei hatte lange Zeit gut aufgestellte Kradstaffeln, die aber in den vergangenen Jahren zusammengestrichen wurden“, sagt Landesvize Frank Hesse und fordert, wieder verstärkt in Personal und Ausstattung zu investieren.

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