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Schleswig-Holstein Ansturm auf Unis: Ausbildungsbetriebe schlagen Alarm
Nachrichten Schleswig-Holstein Ansturm auf Unis: Ausbildungsbetriebe schlagen Alarm
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11:05 15.10.2019
Von Sebastian Ernst
Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel begrüßt 5376 neue Studenten in Kiel. Insgesamt sind an der CAU 27085 Studenten eingeschrieben. Quelle: Frank Peter
Kiel

Damit studieren an der größten Universität Schleswig-Holsteins nun 27085 Studenten. Landesweit liegt die Zahl der Studenten inzwischen bei über 60000 und ist damit deutlich höher als die der Auszubildenden mit weniger als 50000.

„Der Zulauf an unsere Universität ist in diesem Jahr ungebrochen hoch“, sagte Kiels Uni-Präsident Lutz Kipp zur Begrüßung der Erstsemester und bestätigte damit den Trend, der sich im ganzen Land abzeichnet. Eine Umfrage zu Beginn des Wintersemesters 2019/20 ergab, dass an allen elf Hochschulen in Schleswig-Holstein 60949 Studenten eingeschrieben sind. Das sind rund 1000 mehr als im Wintersemester 2016/17. Verglichen mit den Zahlen von 2009 ergibt sich sogar eine Differenz von 14000 Studenten.

Lesen Sie auch: Kommentar von Sebastian Ernst zu den Studentenzahlen

Gesamtzahl der Lehrlinge in Schleswig-Holstein rückläufig

Bei den Betrieben ist die Lage dagegen ernst. „Die Gesamtzahl der Lehrlinge ist über die vergangenen zehn Jahre betrachtet rückläufig“, sagte Anja Schomakers, Pressesprecherin der Handwerkskammer Lübeck. Das Studium werde häufig „als Maß aller Dinge“ angesehen, kritisierte Schomakers. „Ganzen Schülergenerationen wurde vermittelt, dass sich nur mit Abitur und Studium ein erfolgreicher Berufsweg einschlagen ließe.“

Die Folge: 2008 waren noch 55302 Auszubildende in den Betrieben angestellt, 2018 nur noch 48633. Immerhin: Mit 5246 Neuverträgen verzeichneten die Handwerkskammern Lübeck und Flensburg zum Beginn des Ausbildungsjahres am 1. August einen leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr (5145 Neuverträge). Und auch bei der Industrie- und Handelskammer zu Kiel stieg die Zahl der Ausbildungsverträge von 3967 auf 3993.

„Besonders an Gymnasien ist noch großes Potenzial vorhanden“

Wir brauchen kompetente junge Menschen, die nach der Schule eine Berufsausbildung beginnen, und wir brauchen genauso junge Menschen, die studieren“, sagte Bildungsministerin Karin Prien (CDU). „Wir brauchen beide, weil der Fachkräftemangel in vielen Berufen längst Realität ist.“ Das sieht auch Jörg Orlemann, Hauptgeschäftsführer der IHK Kiel so. „Die duale Ausbildung verbindet das Lernen von Theorie und Praxis im Unternehmen. Sie ist insofern perfekt geeignet, junge Menschen auf das Berufsleben vorzubereiten“, sagt er. „Besonders an Gymnasien ist noch großes Potenzial vorhanden, das wir ausschöpfen müssen.“

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