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Schleswig-Holstein Zahl der Kritiker nimmt zu
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11:46 06.02.2019
Mit dem Bus direkt zur Uni: Dafür zahlen die Kieler Studenten 58,50 Euro. Die 124 Euro für das Landesticket kämen obendrauf. Quelle: Frank Peter
Kiel

Das Studierendenparlament (Stupa) der Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) hat seine Entscheidung nach einer Marathonsitzung in der Nacht zu Dienstag überraschend vertagt. Die Kritiker des Tickets, für das jeder Student zunächst 124 Euro pro Semester zahlen soll, wittern Morgenluft. Sie hatten im Vorfeld beklagt, dass ihre Bedenken kein Gehör gefunden hätten und zu viel Druck auf die Studenten ausgeübt worden sei. Ein Nein der CAU mit ihren rund 25.000 Studenten würde für das Projekt das Ende bedeuten.

Nahverker schloss Nachverhandlungen aus

Der Nahverkehr Schleswig-Holstein schloss gestern Nachverhandlungen kategorisch aus. „Dafür sehe ich auch keinen Drang“, sagte Sprecher Dennis Fiedel. „Ich gehe davon aus, dass das Stupa der CAU in der nächsten Sitzung für eine Einführung stimmen wird – so,wie es auch die Mehrheit der Studierenden in der Umfrage im Januar getan hat.“ Die Opposition im Landtag dagegen bezeichnete Nachverhandlungen als zwingend. „Ansonsten wird die Beteiligung der Studierenden zur Farce“, sagte der SPD-Abgeordnete Kai Vogel. Breite Kritik müsse ernst genommen werden. „Sonst würde der Eindruck entstehen, dass das Semesterticket den Studierenden vonseiten der Politik übergestülpt wird.“ Das unterstrich auch Jette Waldinger-Thiering (SSW). „Viele Studierende haben weiterhin den Eindruck, dass man ihnen die Katze im Sack verkaufen will.“ Volker Schnurrbusch (AfD) sprach von „jeder Menge Gesprächsbedarf“.

Vorbild für klimagerechte Mobilität der Zukunft?

Übergestülpt? „Wer das behauptet, hat keine Ahnung“, sagte Lukas Kilian (CDU). Und Andreas Tietze (Grüne) schlug einen Bogen zu den Schüler-Demos „Fridays For Future“: Die Studenten sollten „eine Vorbildfunktion für die klimagerechte Mobilität der Zukunft übernehmen“ – und zustimmen, „statt sich in formalen Grundsatzdebatten zu verzetteln“. Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) beschwichtigte. Das Land stehe weiterhin zu seinem Angebot einer Anschubfinanzierung von neun Millionen Euro. Sollte man den Start zum Wintersemester nicht einhalten können, hielte er das zwar für schade. „Aber möglich wäre es.“

Auch Studenten aus Flensburg lehnen das Ticket ab

Die Skepsis ist jedoch groß. Zuvor hatten bereits die Flensburger Studenten das Ticket abgelehnt. An der Kieler Uni hat sich sogar eine „Basisdemokratische Hochschulgruppe“ gegründet, die für eine Urabstimmung kämpft. Sie kritisiert,  auch bei der Stupa-Tagung am Montagabend sei ein politischer Diskurs verhindert worden.

Von Laura Treffenfeld und Christian Hiersemenzel

 

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