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Schleswig-Holstein Sicher im Netz: So schützen Eltern ihre Kinder
Nachrichten Schleswig-Holstein Sicher im Netz: So schützen Eltern ihre Kinder
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19:30 06.11.2019
Von Anne Holbach
Schüler mit ihrem Tablet: Die Videoplattform YouTube ist eine der meistgenutzten Apps von Kindern und Jugendlichen. Quelle: Martin Schutt
Kiel

Youtube ist bei 70 Prozent der Jungen und 55 Prozent der Mädchen zwischen zwölf und 19 Jahren das liebste Internetangebot. Dies zeigt die „Jim“-Studie über die Nutzung von Internet und Medien durch Jugendliche. Auch bei über einem Viertel der Sechs- bis 13-Jährigen ist die Videoplattform hoch im Kurs – was Eltern häufig Kopfzerbrechen bereitet.

Wie lassen sich unerwünschte Inhalte bei Youtube aussperren?

„Dass Kinder und Jugendliche auf sexualisierte und gewalthaltige Darstellungen oder Hassreden stoßen, lässt sich kaum vermeiden“, sagt Nina Soppa von der Medienanstalt Hamburg und Schleswig-Holstein. Zwar gebe es die Funktion des „Eingeschränkten Modus“, der potenziell nicht jugendfreie Inhalte ausblendet, dieser funktioniere aber nur unzureichend. „Ob ein Clip als kindertauglich deklariert wird oder nicht, wird oft nur vom Video-Ersteller selbst entschieden.“ Zudem können nicht jugendfreie Inhalte in den Kommentarleisten auftauchen. „Hier empfiehlt es sich, beim eigenen Account die Kommentarfunktion abzuschalten.“

Torge Stelck von der Landespolizei rät Eltern, ihre Kinder im Gespräch auf jugendgefährdende Inhalte wie Gewalt, Pornografie oder Rassismus vorzubereiten. „Vereinbaren Sie mit ihnen, solche Seiten sofort wegzuklicken.“

Hilft das Angebot Youtube Kids den Eltern weiter?

Vielen sei Soppa zufolge gar nicht bewusst, dass es seit zwei Jahren dieses Angebot gibt. Hier können Eltern für ihre Kinder je nach Alter verschiedene Profile anlegen. „Für diese Profile können sie eigene Clips oder Sammlungen anlegen - aber auch Videos blockieren. Ebenso kann die Nutzungszeit beschränkt werden.“ Aber auch dieses Angebot sei werbefinanziert und es gebe keinen 100-prozentigen Schutz vor nicht altersgerechten Inhalten. Insbesondere bei jüngeren Kindern empfiehlt Soppa, andere Plattformen wie Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender oder Streaming-Dienste ohne Werbung zu nutzen. Allerdings sollte auf die Sicherheitseinstellungen geachtet werden, damit Kinder nicht zu anderen Inhalten Zugriff haben.

Dienste wie Instagram, Facebook und Co. verarbeiten zahllose Daten. Worauf sollten Eltern oder Jugendliche bei den Einstellungen achten, wenn sie dort ein Profil erstellen?

„Ein wichtiger Schritt ist es, das Profil auf privat zu stellen und nicht der Öffentlichkeit frei zugänglich zu machen“, sagt Nina Soppa. „So können nur von einem selbst freigegebene Personen die eigenen Fotos oder Videos sehen.“ Es lohne sich auf jeden Fall, die Sicherheitseinstellungen in Ruhe durchzugehen - am besten gemeinsam mit dem Kind.

Den eigenen Kindern zu folgen, um deren Profil auszuspionieren, sei nicht empfehlenswert, so Soppa. Sei das Kind clever, lasse es seine Eltern ohnehin nicht als Follower zu. Eltern sollten vielmehr ihr Kind fit im Umgang mit Medien machen. „Das Kind muss wissen, wie es sich im Netz sicher bewegen kann und gegebenenfalls mit Gefahren umgeht.“ Wichtig sei der Dialog über die Gefährdung. „Jedes Foto, jeder Like, jeder Kommentar, jeder Hashtag sagt etwas über die eigene Person aus. Instagram gehört etwa zu Facebook, und wie die mit den Nutzerdaten umgehen, ist bekannt“, so Soppa. Aber nicht nur die Betreiber der Dienste hätten Interesse an den Daten, auch Stalker oder Pädophile könnten sich im Netz „bedienen“.

Deswegen sollten Eltern ihren Kindern auf den Weg geben, geizig mit ihren Daten zu sein, so Polizeisprecher Stelck. „Veröffentliche nie Anschrift, Geburtsdatum, Telefonnummer, E-Mail oder den Namen deiner Schule“, sei eine gute Regel. Internetbekanntschaften sollte auch nie der momentane Aufenthaltsort verraten werden. Kinder sollten nur Freunde, die sie aus dem realen Leben kennen, hinzufügen und Bilder nur für ihren Freundeskreis freigeben. Wer sich doch mit einem Fremden treffe, solle immer einen öffentlichen Ort wählen und nie alleine dorthin gehen.

Im Alltag geben viele Eltern ihren Kindern die Anweisung, nie mit einem Fremden mitzugehen. Im Internet kommen Kinder und Jugendliche dagegen über Kommentare unter Bildern, Chats in Messengern oder in Spiele-Apps schnell mit Fremden in Kontakt. Welche Maßnahmen können Eltern ergreifen, um ihre Kinder vor Cyber-Grooming zu schützen?

„Beim sogenannten Cyber-Grooming bahnen Erwachsene über das Internet Kontakt zu Kindern an, um sie in sexueller Weise zu belästigen“, erklärt Torge Stelck. Sie geben sich dabei oft als Gleichaltrige aus und versuchen, Kinder zu persönlichen Treffen zu überreden, um im schlimmsten Fall einen sexuellen Missbrauch begehen zu können.

Junge Internetnutzer sollten keine freizügigen Bilder posten oder verschicken, weil das Belästigungen provozieren könnte. Laut dem Sprecher der Landespolizei ist es wichtig, dass Eltern sich auch für die virtuellen Freunde ihrer Kinder interessieren und ihnen erklären, dass diese sich im realen Leben oft als andere Personen entpuppen. „Haben Sie ein offenes Ohr für Online-Probleme, denn Anfeindungen, Belästigungen oder problematische Inhalte können Kinder belasten und überfordern“, so Stelck. Für Jugendliche gelte, dass sie sofort den Kontakt abbrechen sollten, wenn sie unangenehme Nachrichten, Fotos oder Beiträge bekommen.

Aktuell sind das Spiel Coinmaster und seine Casino-Methoden in die Kritik geraten. Was kann ich tun, um In-App-Käufe meines Kindes und andere fiese Kostenfallen zu vermeiden?

„Eltern sollten sich im Vorwege über das Spiel informieren und mit dem Kind klare Regeln aufstellen – unter anderem, welche Spiele gespielt werden dürfen und welche eben nicht“, sagt Soppa. Es gebe genügend Spiele, die keine In-App-Käufe einsetzen und dennoch kostenlos sind. Plattformen wie spieleratgeber-nrw.de, spielbar.de oder app-geprüft.net geben Eltern hier Orientierung. Zudem können sie technische Vorkehrungen treffen. „So können über die Einstellungsoptionen der Zugang zum App-Store oder In-App-Käufe gesperrt werden. Das ist eigentlich bei jedem Gerät möglich“, sagt Soppa. Zudem sollten Eltern ihre Zahlungsdaten, wie Kreditkartennummern, nicht auf dem Smartphone hinterlegen.

Das sah schon einmal düsterer aus. Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) hat am Dienstag ihre November-Steuerschätzung vorgelegt, wonach das Land in diesem Haushaltsjahr ein Plus von 59 Millionen Euro erwartet. Warum sie das Geld in einer Rücklage parken will, erläuterte sie im KN-Interview.

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