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Schleswig-Holstein Wohin mit dem Wasser?
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09:41 05.01.2019
Regenwolken ziehen am 03.11.2017 am Leuchtturm Westerheversand in Westerhever über das Wattenmeer. Steigende Meeresspiegel kombiniert mit Starkregen, dazu eine zunehmende Boden-Versiegelung, Verschlickungen und Moorsackungen: Der Kampf gegen "Land unter" im Norden wird immer schwerer. Quelle: Axel Heimken/dpa
Hemmingstedt

Norddeutschlands Deich- und Sielverbände stehen vor großen Herausforderungen. Nicht nur der Klimawandel wird es in den kommenden Jahren schwerer machen, Schleswig-Holstein bei Wetterkapriolen vor "Land unter" zu schützen. Auch zunehmende Bebauung, Verschlickung des Wattenmeers und Moorsackungen erschwerten den Abfluss von Regenwasser, sagte der Geschäftsführer vom Deich- und Hauptsielverband Dithmarschen, Matthias Reimers.

Nach Angaben des Marschenverbands sind rund ein Fünftel der Fläche Schleswig-Holsteins sogenannte Niederungsgebiete - erheben sich also keine 2,5 Meter über den Meeresspiegel (Normal Null). Wegen der niedrigen Höhe und des geringen Gefälles müssen viele Weiden, Acker- und Naturschutzflächen, aber auch Straßen, Bahnstrecken und Kläranlagen im Binnenland künstlich entwässert werden.

Dazu fließt der Regen zunächst über ein dichtes Netz von Gräben ab. Er sammelt sich vor den Deichen in künstlichen Speicherbecken und wird über Siele - also spezielle Öffnungen in Deichen mit automatischen Klappen - oder mit den Pumpen von Schöpfwerken ins Meer befördert.

Entwässerung von Mooren erhöht das Gefälle zum Meer

Doch der Anstieg des Meeresspiegels durch die Klimaveränderung sowie eine Aufschlickung im Wattbereich verschlechterten die Entwässerung stetig, sagte Reimers.

Dazu kämen Probleme im Binnenland. Einerseits sacke der Boden in Moor-Regionen durch Entwässerung immer weiter ab - dadurch wird das Gefälle zum Meer noch flacher, und Regen kann noch schwerer abfließen - andererseits werde durch Baumaßnahmen auch auf dem flachen Land immer mehr Fläche versiegelt. Dort könne der Niederschlag bei Wetterkapriolen nicht mehr versickern, sondern müsse ins Kilometer entfernte Meer abfließen. Sonst drohe «Land unter».

Der Deich- und Hauptsielverband Dithmarschen ist unter anderem zuständig für die Entwässerung in Eider, Elbe, Nord-Ostsee-Kanal und Nordsee durch Siele und Schöpfwerke, den Erhalt und die Pflege der Mitteldeiche, die Abwasserbeseitigung aus häuslichen Kläranlagen sowie die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Er kümmert sich auch um die geschäftlichen und technischen Abwicklungen anderer Wasser- und Bodenverbände in Schleswig-Holstein und führt die Geschäfte des Marschenverbands Schleswig-Holstein.

Von RND/dpa

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