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Schleswig-Holstein Sicherheitstipps: So schützen Sie sich vor Gewitter und Starkregen
Nachrichten Schleswig-Holstein

So schützen Sie sich vor Gewitter und Starkregen: Tipps von der Feuerwehr

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17:06 14.07.2021
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Wer bei Gewitter draußen unterwegs ist, sollte sich nicht in der Nähe von Bäumen aufhalten.
Wer bei Gewitter draußen unterwegs ist, sollte sich nicht in der Nähe von Bäumen aufhalten. Quelle: Matthias Balk/dpa
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Kiel

Gewitter und Starkregen bergen Gefahren für Menschen im Freien - und können schwere Sachschäden durch Überspannung und Brandausbruch verursachen. Doch Sie können sich schützen. Wie? Das verraten der Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein und der ADAC.

Die Sicherheitstipps der Feuerwehr bei Gewitter

Nach Angaben des Landesfeuerwehrverbands ist ein festes Gebäude der sicherste Platz bei einem Unwetter. Daraus folgt: „Halten Sie sich keinesfalls bei Gewitter im Wasser auf“, so die Feuerwehr.

Wenn Sie sich dennoch bei einem Unwetter draußen aufhalten, sind folgende Tipps zu beachten:

  • Suchen Sie keinen Schutz unter Bäumen. Wenn Sie im Freien von einem schweren Gewitter überrascht werden, ist es sinnvoller, Schutz beispielsweise unter Brücken zu suchen.
  • Meiden Sie einzeln stehende Bäume jeder Art, Masten, Metallzäune und andere Metallkonstruktionen. Die Feuerwehr rät auch, Metallgegenstände wie Werkzeuge, Sportgeräte und ähnliches wegzulegen bzw. sich davon zu entfernen.

Da Gewitter teilweise auch Starkregen mit sich bringen, gilt es einige Vorkehrungsmaßnahmen an Gebäuden und Straßen zu treffen:

  • Schützen Sie Keller und Niedergänge rechtzeitig vor eindringendem Wasser, wenn Überflutungsgefahr besteht. Und achten Sie darauf, dass Rückschlagventile im Keller funktionsfähig sind.
  • Entfernen Sie Laub und Dreck aus Wassereinläufen wie Gullys oder Abflussrinnen. Die Unwetter der vorigen Wochen haben auch viele Blätter oder Schlamm mitgerissen, die sich in Abläufen sammeln. Diese daher unbedingt reinigen.
  • Sichern Sie Balkone und Terrassen so, dass Möbel oder Pflanzen nicht umhergewirbelt werden können.
Bei Notfällen immer die 112 verständigen – bei Schäden, von denen keine Gefahr ausgeht, das Unwetter bitte abwarten. Quelle: Ralf Hirschbe/dpa

Wenn es infolge von Gewitter und Starkregen zu Bränden und Unfällen kommt, sind diese sofort unter der Notrufnummer 112 zu melden.

Die Feuerwehren in Schleswig-Holstein bitten darum, die Notrufleitungen während eines Gewitters für Notfälle freizuhalten. „Melden Sie Schäden, von denen keine akute Gefahr ausgeht, erst nach Ende des Unwetters“, so Holger Bauer, Sprecher des Landesfeuerwehrverbands. 

Sicher durchs Unwetter: Tipps, wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind

Die gute Nachricht vorweg: Wer bei einem Gewitter im Auto sitzt, ist eigentlich sicher. Denn in dessen Metallkonstruktion leitet sich die starke Entladung der Blitze bei einem Einschlag um die Insassen herum weg. Man spricht dabei von einem faradayschen Käfig.

Allerdings rät der ADAC, im Innenraum während eines Gewitters keine Metallteile zu berühren, die mit der Karosserie verbunden sind. Und man sollte die Fenster schließen und die Antenne einziehen. Besser sei es auch, nicht auf einer erhöhten Stelle das Gewitter abzuwarten.

Bei Starkregenschauer können Straßen überschwemmt werden. Quelle: Matthias Balk/dpa

Durch kräftigen Regen kann im Straßenverkehr die Sicht stark beeinträchtigt werden. Deshalb rät der ADAC den Verkehrsteilnehmern:

  • Passen Sie Ihre Fahrweise entsprechend an.
  • Warten Sie Unwetter mit Sturm und Hagel zunächst auf einem Parkplatz oder am Straßenrand auf einem baumfreien Abschnitt ab. Straßen können durch das Wasser überflutet und zeitweise unpassierbar werden.

Auch wenn man im Auto vor Blitzschlag geschützt ist: Es kann immer noch zu leichten Beschädigungen am Auto kommen, erklärt der ADAC. Bei Versuchen in Laboren seien unter anderem Brandspuren gefunden worden.

Bei Gewitter: Runter vom Motorrad bzw. Fahrrad und in eine Mulde

Wer auf dem Motorrad oder Fahrrad unterwegs ist und nicht schnell genug ein festes Gebäude als Unterschlupf vor dem Gewitter findet, sollte sich eine Vertiefung im Gelände suchen. „Man sollte sich entfernen von Bäumen, denn auch sie sind gefährlich, wenn der Blitz einschlägt“, erklärt Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD).

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Fahrrad und Motorrad aber müssen in etwas Entfernung stehen bleiben, ihr Metall würde bei einem Einschlag leiten. „Dann in dieser Mulde möglichst in die Hocke gehen mit eng beieinanderstehenden Füßen“, so Friedrich. „So hat man zumindest die Chance, dass man einem Blitz nicht so ausgesetzt und gefährdet ist.“

Wer bei Gewitter mit dem Rad unterwegs ist, sollte sich in Sicherheit bringen. Quelle: Sven Hoppe/dpa

Plötzlich auftauchendes Gewitter beim Wandern: Schnell Schutz suchen

Auch beim Wandern kann man trotz aller Vorsicht von einem Unwetter überrascht werden. Deshalb sollte man immer wachsam sein: Türmen sich Wolken auf, die oben manchmal wie gegen eine unsichtbare Grenze stoßen, bei dunklen Wolken, Wetterleuchten, einzelnen Blitzen, Donnergrummeln in der Ferne, aufkommendem, starken Wind und Regen sollte die Wanderung so schnell wie möglich abgebrochen und Schutz gesucht werden - und zwar am besten in einem Gebäude oder in einem Auto.

Und wenn kein Schutz in der Nähe ist? Blitzschutz-Experte Thomas Raphael vom Verband der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik (VDE) rät, mindestens einen Meter Abstand zu Metallmaste (etwa für Mobilfunk- oder Stromleitungen) zu halten, um einen Überschlag des Blitzes zu vermeiden. Die Beine eng zusammenzustellen bzw. auf eine Isomatte oder ein Kissen setzen und als Gruppe getrennt stehen. Bäume bieten keinen Schutz.