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Schleswig-Holstein Spitzel-Skandal am Lübecker UKSH?
Nachrichten Schleswig-Holstein Spitzel-Skandal am Lübecker UKSH?
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06:00 11.02.2019
Ein Bericht sorgt derzeit für Unruhe am UKSH in Lübeck. Quelle: Carsten Rehder/dpa/Archivbild
Lübeck

Eine E-Mail von einem Mitarbeiter des UKSH an eine externe Unternehmensberaterin sorgt seit einigen Monaten für Unruhe in der Lübecker Uniklinik. Der junge ausgelernte medizinische Fachangestellte wurde im Mai 2018 als Springer im Lungenfunktionslabor (Lufu) eingesetzt. An seinem zweiten Arbeitstag dort verfasste er eine Nachricht an eine externe Unternehmensberaterin, in der er über die Zustände und Arbeitsweisen in der Abteilung berichtete.

Mitarbeiter fühlen sich bespitzelt

Laut UKSH-Sprecher Oliver Grieve erfolgte die Mitteilung ohne Aufforderung. Die Frage, ob der junge Mann mit Auftrag gehandelt hat, beantwortet er mit einem klaren „Nein“. Die Mitarbeiter fühlten sich dennoch bespitzelt und haben den Personalrat eingeschaltet.

Oliver Grieve wertet die Aussagen des jungen Mannes dagegen als „persönliche Eindrücke, die von dem Mitarbeiter wahrscheinlich mit dem Ziel verfasst wurden, um Verbesserungen der Arbeit zu erreichen“.

„Alles mystifiziert“

In der E-Mail, die den Lübecker Nachrichten vorliegt, heißt es beispielsweise: „Heute haben sich interessante Dinge in der Lufu ergeben. Ähnlich wie schon vom ZPM (Zentrales Patientenmanagement, Anm. der Red.) in der Chirurgie bekannt, wird hier alles mystifiziert und als besonders anspruchsvoll dargestellt.“ Der junge Mann habe es sich nicht nehmen lassen, den Vorgang einer großen und kleinen Lungenfunktion zu beobachten, um den Schwierigkeitsgrad zu eruieren. Die Bedienung bewertet er als „denkbar einfach“.

„In jeder Abteilung der gleiche Unsinn“

Der UKSH-Sprecher betont, dass der junge Mann ausschließlich als Springer eingesetzt wurde. Er sollte sich in den Funktionsbereich einarbeiten, „um Arbeitsspitzen aufzufangen und damit die festen Teams zu unterstützen.“ Bei den Mitarbeitern der Abteilung schürt der Inhalt der E-Mail dagegen Misstrauen. Im letzten Absatz schreibt der medizinische Fachangestellte: „Es ist aktuell 12.21 Uhr, hier ist eine Patientin und zuvor war eine geschlagene halbe Stunde Leerlauf. Irgendwas liegt hier terminlich sehr im Argen. Weiterhin bin ich derzeit allein und habe auch keinen Schlüssel zum Lufu-Raum, [...] und die restliche Belegschaft (ja, wirklich alle 3) befindet sich in der Mittagspause. Ich werde weiterhin Bericht erstatten, irgendwie hat es ja auch etwas zweifelhaft Erheiterndes, in jeder Abteilung den gleichen Unsinn vorzufinden.“

Personalrat stellt sich hinter Mitarbeiter

Nach dem Vorfall erreichte die E-Mail neben dem Klinikvorstand auch den Personalrat. Hier sieht man die Angelegenheit nicht ganz so locker. „Es besteht in jedem Fall der Verdacht, dass die Mitarbeiter offensichtlich ausgespielt worden sind“, sagt Personalrat Burkhard Heinrich.

„Das Ganze ist für mich nach wie vor eine delikate Angelegenheit, und ich stehe hinter den Ansichten der Mitarbeiter.“ Besonders erstaunlich sei, dass das UKSH keinen Handlungsbedarf sehe, weil keine strafrechtlich relevanten Dinge vorgefallen seien. Die Innenrevision hatte sich sowohl mit dem Vorwurf der Bespitzelung als auch mit einem Verstoß gegen den Datenschutz beschäftigt, weil die E-Mail des Mitarbeiters abfotografiert worden sei. Beides soll ohne Konsequenzen ad acta gelegt worden sein. „Die Innenrevision und das Justiziariat des UKSH stellen nach sorgfältiger Prüfung fest, dass weder eine Datenschutzverletzung noch ein anderes Fehlverhalten vorliegt“, so Oliver Grieve.

Privater Austausch

„Man hat das Ganze als privaten Austausch zwischen Kollegen abgetan. Als Beweis dafür sollte gelten, dass der Absender die Unternehmensberaterin mit Vornamen anspricht“, sagt Burkhard Heinrich. Grieve kommentiert: „Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich Teams in Krankenhäusern, Rettungsdiensten aber auch Flugzeugbesatzungen und vielen anderen Berufen mit Vornamen anreden.“ Ob der Mitarbeiter und die Unternehmensberaterin sich persönlich kennen, entziehe sich seiner Kenntnis. Die Beraterin begleitet seit Januar 2017 „mit externem Sachverstand ein anspruchsvolles Projekt zur Neustrukturierung der Ambulanzen.“ Die Internetseite der Beraterin aus Nordrhein-Westfalen ist allerdings nicht mehr erreichbar. Auch die auf der Facebook-Seite angegebene Telefonnummer funktioniert nicht.

UKSH will keine Mitarbeiterunzufriedenheit provozieren

Was genau nach Veröffentlichung der E-Mail passiert ist, will Grieve nicht preisgeben. Diese Informationen oblägen dem Personalrat. Burkhard Heinrich findet deutliche Worte: „Das Ergebnis ist nicht zufriedenstellend. Ein offenes Gespräch wurde abgeblockt. Die ganze Sache wurde unter den Tisch gekehrt.“ Beim UKSH hofft man dennoch auf Frieden. „Angesichts des bundesweiten Personalmangels in Krankenhäusern wäre es widersinnig, dem UKSH – das nachweislich gewaltige Anstrengungen für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in sozialen Leistungen und der Arbeitsorganisation unternimmt – zu unterstellen, es würde Aufträge für Fehlverhalten vergeben und damit das Risiko einer Mitarbeiterunzufriedenheit provozieren“, so Oliver Grieve. Man bedauere, dass sich Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter durch diese E-Mail beeinträchtigt fühlen, sei aber von den „betreffenden Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern nicht autorisiert, diese Verschwörungstheorie im persönlichen Gespräch auszuräumen“.

Maike Wegner

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