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Schleswig-Holstein Nabu warnt vor Gift im Fisch
Nachrichten Schleswig-Holstein Nabu warnt vor Gift im Fisch
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22:55 10.09.2019
Der Nabu fürchet, dass Fischbestände durch den freigesetzten Sprengstoff von Seeminen verseucht werden. Quelle: FB
Kiel

Die Marine, die derzeit im Rahmen eines Großmanövers auf Minensuche geht, verteidigte die Aktion. Die Minen seien eine ernste Gefahr für die Schifffahrt und könnten nur durch eine Sprengung unschädlich gemacht werden.

Konkret geht es um 22 alte britische Grundminen mit Magnetzündern, die Ende August von einem Nato-Minenabwehrverband aufgespürt und auf Anordnung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Lübeck gesprengt worden waren. Sollten im Laufe der Woche weitere Minen entdeckt werden, soll ähnlich vorgegangen werden.

Nabu in Kiel fordert Untersuchung auf TNT

Der Nabu äußerte gestern heftige Kritik und rief das für den Verbraucherschutz zuständige Justizministerium auf, gefangene Fische im Bereich des Fehmarnbelts vor dem Verkauf auf Rückstände von TNT untersuchen zu lassen.

„Die Justizministerin muss dafür sorgen, dass entsprechende Proben von einem einschlägig qualifizierten toxikologischen Institut untersucht werden und nur Meeresfrüchte in den Verkauf gelangen, die nicht durch den Sprengstoff kontaminiert wurden“, forderte Nabu-Landesgeschäftsführer Ingo Ludwichowski. Er geht davon aus, dass schon „nach vorsichtigen Schätzungen“ mehr als fünf Tonnen TNT im Fehmarnbelt verteilt worden sein könnten.

Behörden: Keine Alternativen zu Sprengungen

Dem widerspricht das Justizministerium. Für Rückstände von Altmunition in Fischen gebe es bisher keine wissenschaftliche Risikobewertung und dementsprechend keine lebensmittelrechtlichen gesetzlichen Grenzwerte, so ein Ministeriumssprecher. Derzeit werde die komplexe Thematik in wissenschaftlichen Studien aber zusätzlich untersucht.

Zu den Sprengungen gibt es aus Sicht der Behörden keine Alternative. Der Kampfmittelräumdienstes verwies darauf, dass von den aufgefundenen britischen Grundminen eine so hohe Gefahr ausgehe, dass sie in den Bundeswasserstraßen beseitigt werden müssen. Weil die Minen seit Jahrzehnten im Wasser liegen, sei nicht mehr kalkulierbar, ob und wann die Zünder auslösen. „Wenn man diese Minen angeht, reichen kleine Bewegungen für eine Explosion“, sagte Fregattenkapitän Bastian Fischborn von der Einsatzflottille 1 in Kiel.

Hohe Reib- und Schlagempfindlichkeit der Minen

Der Kampfmittelräumdienst hatte ein Gefahrenbewertung in Auftrag gegeben. Sie kam zu dem Ergebnis, dass die Reib- und Schlagempfindlichkeit der verwendeten Sprengstoffe auf dem Meeresgrund sogar deutlich zugenommen hat.

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