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Schleswig-Holstein Baptiste ist wieder zu Hause
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11:04 13.06.2015
Von Paul Wagner
Im Februar hatte Baptiste Tassel seinen Uni-Abschluss als Kommunikationsdesigner gefeiert, wenige Tage später wurde die schwere Form von Blutkrebs festgestellt. Es folgten bange Monate auf der Isolierstation.
Langeln

Seine Familie und seine Freunde, die vor zwei Wochen in Alveslohe eine große Typisierungsaktion auf die Beine gestellt hatten (wir berichteten), sind erleichtert. Vor allem aber, weil parallel auch die laufende Therapie langsam anzuschlagen scheint und Baptiste die Klinik inzwischen verlassen durfte.

 „Hinter uns liegen aufregende Wochen, und seit Donnerstag ist Baptiste wieder zu Hause“, sagt sein Vater Bernd Mölck-Tassel. „Wir freuen uns riesig. Vier Monate Isolationszimmer – das war hart.“ Weil das Immunsystem seines Sohnes aber noch sehr schwach ist, muss die Familie vorsichtig sein. „Wir haben sein ganzes Zimmer ausgeräumt, alles abgewischt und einen Pollenfilter für das Fenster besorgt.“ Dass die Ärzte den Erkrankten überhaupt entlassen haben, sei eine Frage der Risikoabwägung, erklärt Bernd Mölck-Tassel. Zwar könne Baptiste in den eigenen vier Wänden nicht so gut isoliert werden wie im Krankenhaus, dafür sei die Gefahr multiresistenter Keime in der Klinik deutlich höher.

 Alle zwei Tage muss der Kommunikationsdesigner für Bluttransfusionen jetzt noch in die Klinik, zudem mehrere Medikamente zur Stärkung des Immunsystems einnehmen. „Er ist sehr schwach“, sagt sein Vater. „Die Treppe hoch in sein Zimmer war für ihn kaum zu schaffen.“ Dennoch überwiegt die Freude. „Die Ärzte haben eine ganz tolle Arbeit gemacht“, sagt Vater Mölck-Tassel dankbar. Die immunsuppressive Therapie scheine zu fruchten. „Ganz ganz langsam produziert der Körper von Baptiste wieder eigenes Blut.“

 Doch er weiß, die guten Nachrichten sind nur ein erster Schritt. Denn nur bei etwa 60 bis 80 Prozent der Patienten führt die Therapie am Ende zu einer vollständigen Genesung. „Es gibt leider eine hohe Rückfallquote.“ Sollte die Behandlungsmethode nicht greifen, gibt es jetzt für diese äußerst seltene Erkrankung des Knochenmarks einen passenden Spender in Nordamerika. Der ist über die Datenbank der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) gefunden worden und dient sozusagen als „Plan B“, falls es mit der laufenden Therapie nicht klappt.

 Vor zwei Wochen hatten sich in der Sporthalle in Alveslohe 516 Menschen als mögliche Stammzellenspender für die DKMS registrieren lassen. Freunde, Verwandte und der örtliche Sportverein hatten für die Aktion getrommelt. Nicht nur aus der Sicht von Baptistes Vater ein voller Erfolg: „Das war prima organisiert. Und wenn jetzt mit der Aktion in Alveslohe einem anderen Menschen irgendwo geholfen werden kann, ist sehr viel erreicht.“

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