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Schleswig-Holstein Türkisch könnte neues Schulfach werden
Nachrichten Schleswig-Holstein Türkisch könnte neues Schulfach werden
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08:00 16.10.2017
Von Bastian Modrow
Der muttersprachliche Sprachunterricht basiert auf einer EU-Richtlinie aus dem Jahr 1977, nach der für Organisation und Umsetzung allein die Konsulate der Heimatländer zuständig sind. Quelle: Oliver Berg
Kiel

CDU, FDP und Grüne wollen als Alternative staatliche Unterrichtsangebote an Schwerpunktschulen schaffen. Anfang November ist ein Treffen von Bildungsministerin Karin Prien (CDU) mit dem Generalkonsul der Türkei für Schleswig-Holstein und Hamburg geplant.

Inhalte und Lehrpläne prüfen

Die Ministerin spricht von erhöhtem Informationsbedarf: „Obwohl es sich bei dem Konsulatsunterricht um ein außerunterrichtliches Angebot handelt, besteht Veranlassung, über die Inhalte des Lehrplans für türkischen Konsulatsunterricht zu sprechen“, sagt Prien. Sie will genau wissen, welche Inhalte die 25 vom Konsulat berufenen Pädagogen vermitteln und welche Lehrpläne es gibt. Ausschlaggebend sind Erkenntnisse der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) aus Nordrhein-Westfalen, nach denen Kindern dort nicht nur die türkische Sprache vermittelt werde. Ziel sei es auch, eine türkische und muslimische Identität zu entwickeln. Die GEW bezeichnete bereits im Frühjahr den Inhalt des Lehrplans als zum Teil „türkisch-nationalistisch“.

Sprachunterricht und keine politische Einflussnahme

Konkrete Hinweise gibt es im Norden zwar nicht, dennoch besteht für die FDP-Bildungspolitikerin Anita Klahn akuter Handlungsbedarf: „Wir befürchten, dass die Erdogan-Regierung massiven Einfluss nimmt.“ Organisiert werde der Konsulatsunterricht „vorrangig von der regierungstreuen und sehr traditionell-religiösen Organisation Ditib“. Klahn hat die Sorge, „dass die Kinder auf den Kurs der aktuellen türkischen Regierung eingeschworen werden – mit unkalkulierbaren Folgen.“

Auch für die Grünen gibt es keine zwei Meinungen: „Wir wollen nicht, dass der muttersprachliche Ergänzungsunterricht für politische Einflussnahme missbraucht wird“, sagt Ines Strehlau. Nach Ansicht von SPD-Bildungspolitiker Martin Habersaat (SPD) wäre ein entsprechendes Angebot in Verantwortung des Bildungsministeriums „eine gute Alternative“.

Laut Ministerium will Prien das Gespräch mit dem Generalkonsul in aller Offenheit führen. Im Koalitionsvertrag haben die Jamaika-Partner allerdings bereits das Ziel formuliert: Bis 2022 sollen „als Alternative zum Konsulatsunterricht an Schwerpunktschulen entsprechende staatliche Angebote geschaffen werden“.

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