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Schleswig-Holstein Wo bleibt der Baustellen-Manager?
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07:00 05.07.2019
Von Christian Hiersemenzel
Wieder mal Schrittgeschwindigkeit: In Kiel und auf den Autobahnen werden Autofahrer auf eine harte Geduldsprobe gestellt.  Quelle: eis - Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Baustellen, wohin man blickt: Wer morgens von Achterwehr über die Autobahn 210 ins Kieler Stadtzentrum fährt, muss dafür in diesen Tagen schon mal eine Stunde einplanen - weil er gleich nach ein paar Minuten im ersten Stau steht. Gebaut wird nicht nur am Übergang zwischen A 210 und A 215, sondern auch am Skandinaviendamm, an der Gutenbergstraße und an der Rendsburger Landstraße. In Melsdorf wiederum blockiert eine Ampel den Verkehrsfluss. Umleitungen erscheinen in diesen Tagen wie die Wahl zwischen Pest und Cholera.

SPD: "Buchholz ist überfordert"

Im Süden des Landes ist es kaum besser. Der Pinneberger SPD-Abgeordnete Kai Vogel verwies gestern auf eine Sperrung der Landesstraße 101 zwischen der A 23 und Tornesch, wo die Umleitung auch wieder in eine Baustelle führt. Für Autofahrer sei dies alles eine Zumutung - und Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) mit der Situation offensichtlich überfordert.

Dass es zu empfindlich langen Staus kommen kann, werde bei Infrastrukturprojekten offenbar nicht bedacht. „Wir erwarten von der Landesregierung, dass eine moderne - elektronisch unterstützte - Verkehrsführung unnötig lange Staubildungen bei geplanten Baustellen vermeidet.“ Eigentlich habe Buchholz dem Norden längst einen Baustellenkoordinator zugesagt, stellte der SPD-Mann fest. „Aber die vom Ankündigungsminister bereits im Frühjahr großspurig versprochene Stelle ist bis heute nicht besetzt.“

Sanierungsstau von 1,2 Milliarden Euro

Im Ministerium beeilte man sich festzustellen, dass die Bewerbersuche bereits "sehr weit fortgeschritten“ sei. Die Stelle beim Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr solle möglichst ab September besetzt werden. Der Sanierungsstau auf den Landesstraßen betrage schätzungsweise 1,2 Milliarden Euro. Mehr als 950 der etwa 3500 Kilometer gelten als dringend sanierungsbedürftig. „Rund 900 davon sollen in den nächsten vier Jahren wieder in Ordnung gebracht werden“, sagte eine Sprecherin. „Dazu kommt die Sanierung von über 400 Kilometer Radwegen und mehr als 50 Brücken."

Staatssekretär Rohlfs weist Kritik zurück

Staatssekretär Thilo Rohlfs (FDP) reagierte auf die SPD-Kritik mit Ironie. „Wie schön, dass auch Herr Vogel jetzt gemerkt hat, dass wir dabei sind, den Sanierungsstau aufzulösen.“ Es sei besser, an einer Baustelle zu warten, wo eine Straße grundlegend saniert wird, als vor einer Straßenabsperrung wegen Schlaglöchern. „Blow-ups wie kürzlich an der A 1 entstehen, wenn man jahrelang nur Löcher stopft. Das ist nicht unser Ansatz.“ Rohlfs verwies darauf, dass man auch an intelligenten Leitsystemen arbeite und auf Digitalisierung setze. Als Beispiel nannte er die Autobahnen 1 und 7.

ADAC diesmal auf Seiten der Landesregierung

Unterstützung erhielt der Staatssekretär vom Automobil-Club ADAC. „Bautätigkeit ist erst einmal mit Unannehmlichkeiten und Staus verbunden“, so der Landesvorsitzende Gerhard Hillebrand. Der Zustand von Schleswig-Holsteins Straßen sei weiter „eher suboptimal“. Aber: „Endlich wird wieder investiert. Gerade rund um Kiel wird zum Herbst, um Lübeck zum Jahresende vieles besser werden.“

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