Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Schleswig-Holstein Staunen in ganz Schleswig-Holstein
Nachrichten Schleswig-Holstein Staunen in ganz Schleswig-Holstein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:04 27.09.2019
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Till Vahder (9) lässt sich eine Echse aus dem 3D-Drucker drucken. Quelle: Frida Kammerer
Eckernförde/Plön

Ein Ort zum Staunen war die „Littorina“. Das Forschungsschiff des Kieler Geomar-Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung hatte an der Eckernförder Hafenspitze angelegt. Als Geomar-Mann für die Öffentlichkeitsarbeit berichtete Jan Steffen von der wissenschaftlichen Arbeit vor der Küste Schwansens. Vor Bookniseck werden nämlich seit 1957 monatliche Wasserproben genommen. Darum kümmert sich derzeit die Crew der „Littorina“. Dazu wird ein mit Sonden ausgestatteter Kranzwasserschöpfer an einen Seil 25 Meter in die Ostsee hinab gelassen. Steffen konnte Positives und Negatives vermelden. „Seit den Neunziger Jahren hat sich die Wasserqualität verbessert, da der Nährstoffgehalt abgenommen hat. Allerdings nehmen in den vergangenen Jahren die Zeiten von Sauerstoffarmut zu“, sagte er. Dazu tragen auch die steigenden Temperaturen bei. „Je wärmer es ist, desto eher setzt die Algenblüte ein. Wenn abgestorbene Algen zersetzt werden, führt das zu Sauerstoffarmut im Wasser“, klärte er auf.

Teamwork zwischen Mensch und Roboter

Auch wenn Meeresforschung – viele Aktionen liefen auch im Ostsee-Info-Center (OIC) – einen großen Raum einnahm, wurde auch die moderne Arbeitswelt gezeigt. Im Innotruck des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zeigte Tobias Schwalbe Teamwork mit einem Roboter. Gemeinsam bauten sie eine Armbanduhr zusammen. Damit Mensch und Maschine sich nicht in die Quere kommen, hatte der Roboter Sensoren, die auf Widerstand reagieren. Bei einem unerwarteten Hindernis stoppte er. Ein entschiedenes Antippen genügte. Allerdings war diese Art der Zusammenarbeit nach Ansicht von Schwalbe nur ein sehr vorläufiger Zwischenstand. „Der nächste Entwicklungsschritt sind Roboter mit Videokameras.“ Das Programm an der Hafenspitze und im OIC läuft bis 22 Uhr.

Virtuelle Realität in Plön

Schon ab 15 Uhr gab es auch in der Schule am Hufenweg in Plön Programm. Beim Virtual-Reality-Simulator „Adventure House“ musste man Mut haben – etwa 20 Meter ging es in einem digitalen Nachbau des Kieler Stadtteils Gaarden in die Tiefe. Auf einer auf dem Boden festgeklebten Planke konnte man balancieren – durch die Brille sah man in einen Abgrund. Lisbet Klint (9) hat sich auf die Planke getraut: „Ich hatte zwar Höhenangst, aber das hat schon Spaß gemacht.“

Weniger aufregend, aber nicht weniger interessant, war der 3D-Drucker. Gemächlich im immer gleichen Tempo bringt das Gerät gleichmäßig einen heißen Plastikfaden auf die Spiegelplatte und baut so kleine Figuren. Till Vahder (9) lässt sich eine kleine Echse als Schlüsselanhänger drucken. Die lässt sich schnell realisieren. Während die Studenten der Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) sonst die Anleitungen selbst schreiben müssen, galt am Freitagabend, dass nur gedruckt wird, was im Internet gefunden wird. Anleitungen selbst schreiben wäre in der Kürze der Zeit zu aufwendig. In der Universität hat der Drucker auch einen praktischen Nutzen, abseits des schnellen Schlüsselanhängers kann man damit Prototypen aller Art drucken.

Ein Team aus 50 Studenten der CAU und der Fachhochschule Kiel haben zusammen an dem T-Kiel A19 E gearbeitet. Das Elektroauto kann bis zu 22 Kilometer weit fahren, hat eine Spitzengeschwindigkeit von 120 km/h und beschleunigt von 0 auf 100 km/h binnen 2,7 Sekunden. Seit 2006 läuft das Projekt, das auch immer wieder an internationalen Konstruktionswettbewerben teilnimmt.

Robbe auf Knopfdruck

Aber auch kleinere, auf den ersten Blick nicht ganz so aufwendige Projekte konnten bei der Preetzer „Nacht der Wissenschaft“ getestet werden. Beim Videospiel „Seal Wrestling“ steuert man mit einem Konsolen-Controller eine Robbe. Ziel ist es, sich den Fisch in der Spielfeldmitte zu schnappen und ins eigene Tor zu legen. Der Clou: Man kann andere Robben von der Eisscholle hauen und Robbengeräusche auf Knopfdruck erzeugen. Dabei kamen jedoch keine Tiere zu Schaden: „Die Effekte haben wir selbst eingesprochen“, erklärt Entwickler Tim Patrick Matthes. Projektleiterin Evalotte Koschinsky freut sich, dass alles so gut funktionierte, das war in der denkmalgeschützten Schule nicht ganz einfach, aber „wir haben das ganze Universum hier untergebracht“, erklärte sie und verwies auf die Science Show.

Von Rainer Krüger und Frida Kammerer

Sehen Sie Bilder von der Nacht der Wissenschaft in Schleswig-Holstein

Am Freitag hat der Landtag seine lange vorbereitete Kita-Reform auf den Weg gebracht. Doch was ändert sich jetzt eigentlich konkret für Eltern in Schleswig-Holstein? Die KN geben einen Überblick.

27.09.2019

Stolze Koalition, kritische Opposition: Die Kita-Reform scheidet die Geister im Kieler Landtag. Im Kern steht eine Deckelung der Elternbeiträge. Enttäuschungen gibt es nicht nur im Parlament.

27.09.2019

Bei einer Kontrolle auf der A1 in Richtung Norden am Donnerstag wurden zwischen 9.30 Uhr und 16 Uhr rund 350 Fahrzeuge vor dem Rastplatz Damlos ins Visier genommen. Besondere Aufmerksamkeit erhielt dabei ein Pkw mit einem ungewöhnlichen Beifahrer: Eine
Schildkröte fuhr auf dem Armaturenbrett mit.

KN-online (Kieler Nachrichten) 27.09.2019