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Schleswig-Holstein Das ist kein Dummejungenstreich
Nachrichten Schleswig-Holstein Das ist kein Dummejungenstreich
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11:15 28.05.2018
Von Bastian Modrow
 Zersplittert hängt die Windschutzscheibe eines BMWs nach der Kollision mit einem großen Stein im Rahmen. Bei einem Steinwurf von einer Autobahnbrücke auf der A7 zwischen Flensburg und der dänischen Grenze war die Fahrerin des Wagens schwer verletzt worden. Quelle: Benjamin Nolte
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Für die Polizei gibt es dennoch keine zwei Meinungen: Sie spricht von einer Straftat, für die bis zu zehn Jahre Gefängnis drohen. Vor allem im Frühling und Sommer häufen sich die Fälle: Auf der A210 bei Felde erwischte die Polizei zuletzt zwei 14 und 15 Jahre alte Jungen, die mit Sandklumpen auf Fahrzeuge gezielt hatten. Eine Fahrerin, deren Auto beschädigt wurde, hatte die Beamten alarmiert. Vor wenigen Tagen wurden zwei Jugendliche beobachtet, wie sie auf der B76 von einer Fußgängerbrücke Steine auf Lastwagen und Autos warfen. Auch hier meldeten sich Zeugen. „Nach kurzer Fahndung konnten die Verdächtigen gefunden und den Eltern übergeben werden“, sagt Matthias Arends von der Polizeidirektion Kiel. Die Fahnder ermitteln wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

ADAC spricht vom Straftatbestand des Mordes

Nicht immer enden die Steinwürfe so glimpflich: Anfang Mai hatte ein fußballgroßer Stein die Windschutzscheibe eines Autos auf der A7 in Nähe der dänischen Grenze durchschlagen und eine 58 Jahre alte Dänin aus dem Kreis Schleswig-Flensburg schwer verletzt. „Hier wird wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt“, sagt Torge Stelck vom Landespolizeiamt (LPA) in Kiel. Deutliche Worte findet Stefan Schwarz: Der Geschäftsführer des ADAC Schleswig-Holstein fordert, dass Steinewerfer hart bestraft werden: „Egal, ob es zu einem Schaden kommt oder nicht: Wer Gegenstände von Brücken wirft, erfüllt den Straftatbestand des Mordes.“

28.05.2018
Ulf Billmayer-Christen 28.05.2018