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Schleswig-Holstein Schwierige Ermittlungen für die Polizei
Nachrichten Schleswig-Holstein Schwierige Ermittlungen für die Polizei
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20:00 27.03.2019
Von Sebastian Ernst
Fälle, wie der Steinwurf auf der A 215 am Dienstag, sind für die Polizei sehr kompliziert zu ermitteln. Quelle: Juliane Häckermann/Symbolfoto
Kiel

Für die Polizei sind solche Fälle besonders schwierig aufzuklären. "Wenn man mit 150 Kilometern pro Stunde auf der Autobahn unterwegs ist und plötzlich ein Gegenstand auf die Windschutzscheibe fällt, dann ist es für den Fahrer sehr schwer zu erkennen, was das überhaupt für ein Gegenstand war und wo er herkam", sagt Oliver Pohl, Sprecher der Polizei Kiel. Die einzigen Spuren, denen die Ermittler nachgehen könnten, seien Zeugenaussagen und DNA-Spuren auf möglichen Wurfgeschossen. "Wir haben nur die Chance, dass jemand den Vorgang gesehen hat", so Pohl weiter.

Interaktive Karte: Hier wurden Steine geworfen

Im Fall vom Dienstag durchkämmte die Polizei das Gebiet an der A 215 nach Hinweisen auf den Täter. "Weil die Ermittlungen in solchen Fällen sehr kompliziert sind, müssen wir da schnell reagieren, um überhaupt noch jemanden anzutreffen oder Hinweise zu finden", erklärt Pohl. Dabei stellte die Polizei einige Steine sicher, die im Labor untersucht auf DNA-Spuren untersucht werden, und sprach mit einigen Zeugen. Den Fahrer des Lkw, den der Fahrer des geschädigten Autos überholt hatte, bevor der Gegenstand einschlug, hat die Polizei ermittelt. Was die Gespräche mit ihm ergeben haben, konnte Pohl aus ermittlungstaktischen Gründen aber noch nicht kommunizieren.

"Trittbrettfahrer und Nachahmungstäter sind denkbar"

Bereits am Donnerstag war auf der Bundesstraße 76 bei Schwentinental ein VW-Bus von einem Stein getroffen worden. Die 61-jährige Fahrerin informierte die Polizei. Aktuell sucht die Polizei an der B 76 nach Steinen mit DNA-Spuren des Täters. Auch in den beiden Fällen im Februar in Kiel laufen die Ermittlungen noch. In der Nacht zum 13. Februar war der Toyota eines 38-Jährigen auf dem Ostring/Bundesstraße 502 in Höhe der Brücke am Klausdorfer Weg von einem Gegenstand getroffen worden. Wenige Tage später ereignete sich auf der A 215 am Kreuz Kiel-Mitte ein ähnlicher Vorfall. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Mordes.

Für einen Zusammenhang zwischen diesen Fällen sieht die Polizei noch keine Hinweise, auch wenn sich dieser Schluss Pohl zufolge aufdränge. "Auch Trittbrettfahrer und Nachahmungstäter sind denkbar", so Pohl. Dass es derzeit eine Häufung dieser Delikte gebe, sei aber offensichtlich.

Im Prozess um Schüsse auf der A 215 bei Kiel hat die Staatsanwältin wegen Mordversuchs sieben Jahre und fünf Monate Haft für den Angeklagten gefordert. Sie hielt es für erwiesen, dass der in Beirut geborene deutsche Staatsangehörige während einer Verfolgungsjagd auf seinen Schwager schoss.

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