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Schleswig-Holstein Hier müssen Sie mit Verkehrsbehinderungen rechnen
Nachrichten Schleswig-Holstein Hier müssen Sie mit Verkehrsbehinderungen rechnen
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18:36 12.11.2019
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Rund 1000 Landwirte aus Schleswig-Holstein nehmen an der Demo in Hamburg teil. Sie starten an fünf Standorten. Mit Verkehrsbehinderungen ist zu rechnen. Quelle: Hans-Jürgen Jensen/Google.com/mymaps
Hamburg/Kiel

Die Umweltminister von Bund und Ländern treffen sich am Donnerstag in Hamburg. Erboste Landwirte wollen sie gebührend empfangen. Mit einem Trecker-Korso wollen sie in der Innenstadt gegen Umweltauflagen protestieren - und dürften damit den Verkehr wohl lahmlegen.

Spürbar sein dürfte die Demo auch in Schleswig-Holstein. Denn von fünf Standorten aus wollen an die 1000 Landwirte nach Hamburg aufbrechen. Da die Traktoren nur etwa 30 bis 40 km/h schnell sind, wird es auf einigen Straßen deshalb nur im Schneckentempo vorangehen. Auch die Kolonnenbildung wird zu erheblichen Verzögerungen beitragen. Bei einer ähnlichen Aktion im Oktober 2019 kam es zu massiven Verkehrsbehinderungen rund um Rendsburg.

Wo starten die Landwirte in Schleswig-Holstein?

Organisiert wird die Demo am 14. November 2019 in Hamburg von der Aktion "Land schafft Verbindung - Wir rufen zu Tisch". Aus Schleswig-Holstein wollen rund 1000 Landwirte anreisen. Laut Landespolizei starten sie von fünf Punkten aus:

  1. Brunstorf - 100 Teilnehmer, Abfahrt 8.00 Uhr
  2. Nützen - 250 Teilnehmer, Abfahrt 7.30 Uhr
  3. Schenefeld - 50 Teilnehmer, Abfahrt 5.30 Uhr
  4. Elmshorn - 450 Teilnehmer, Abfahrt 7.15 Uhr
  5. Reinfeld - 200 Teilnehmer, Abfahrt 7.30 Uhr

Die Schenefelder Teilnehmer schließen sich in Elmshorn dem Konvoi an. Alle Fahrten werden von der Polizei begleitet und abgesichert. 

Die Trecker-Korsos werden nach Hamburg geführt und dort auf verschiedene bereitgestellte Parkplätze geleitet. Die Teilnehmer werden sich anschließend von dort aus zum Versammlungsort am Gänsemarkt bewegen.

Wo findet die zentrale Kundgebung statt?

Die zentrale Kundgebung auf dem Gänsemarkt in Hamburg ist von 12 bis 15 Uhr geplant. Bei der Demo in Rendsburg verzögerte sich der Start, da nicht alle Konvois rechtzeitig am Willy-Brandt-Platz ankamen.

Wer nimmt alles an der Demo in Hamburg teil?

Neben dem Deutschen Bauernverband und den Landesbauernverbänden sei das Aktionsbündnis Forum Natur, in dem unter anderem Waldbesitzer und Jäger organisiert sind, bei dem Protest am Donnerstag beteiligt.

Kommt es auch zu Verkehrsbehinderungen in Hamburg?

Ja. Die Polizei Hamburg rät, an diesem Tag die Innenstadt und die angrenzenden Hauptstraßen weiträumig zu umfahren. Es wird außerdem dringend angeraten, die U- und S- Bahnen zu benutzen.

Bereits im Oktober waren Bauern bei einer Demo auf etwa 400 Treckern durch die Innenstadt gerollt. Weil das Gewicht Hunderter Traktoren nicht hinreichend eingeschätzt werden konnte, hatte die Hochbahn sicherheitshalber einen U-Bahntunnel unter der Mönckebergstraße gesperrt. Ob es auch am Donnerstag auf der U-Bahnlinie zu Sperrungen kommt, konnte die Hamburger Hochbahn am Montag nicht sagen.

Zur Rückfahrt der Teilnehmer ist dann erneut mit Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen.

Was wird anderen Verkehrsteilnehmern geraten?

Die Landespolizei Schleswig-Holstein empfiehlt Verkehrsteilnehmern sich vorab über die Konvoistrecken zu informieren und gegebenenfalls alternative Routen zu nutzen.

Warum demonstrieren die Landwirte in Hamburg?

Kritisiert wird, dass die Politik auf Ordnungsrecht und Auflagen statt auf Dialog setze.

Die Bauern sehen durch die aktuelle Politik ihre Betriebe und die regionale Lebensmittelproduktion gefährdet. Der Protest richtet sich insbesondere gegen das sogenannte Agrarpaket der Bundesregierung. "Wenn immer weitere Verschärfungen kommen, dann sieht es schlecht aus für uns, und die regionale Landwirtschaft wird auf Dauer verschwinden", sagte Dirk Andresen, Sprecher der bundesweiten Bewegung "Land schafft Verbindung - Wir rufen zu Tisch".

Lesen Sie auch: Landwirte sind wütend und enttäuscht

Als Beispiele nannte er das Insektenschutzprogramm und die Düngemittelverordnung. Aber auch der Erhalt der Artenvielfalt, der Klimaschutz, der Gewässerschutz und das Wolfsmanagement sowie die Vereinbarkeit einer regionalen Lebensmittelproduktion seien Anliegen der Landwirte.

Gleichzeitig sehen sich die Bauern als Buhmänner der Politik und der Öffentlichkeit. Die negative Stimmungsmache - das "Bauern-Bashing" - führe zu Ärger und Frust. "Viele Bauern werden regelrecht gemobbt. Das trifft vor allem unsere Kinder und Familien", sagte Andresen. Auch sehen viele Landwirte das geplante Freihandelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten in Latein- und Südamerika als Bedrohung.

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