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Schleswig-Holstein Probahn rät Pendlern aus SH zum Pkw
Nachrichten Schleswig-Holstein Probahn rät Pendlern aus SH zum Pkw
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17:50 09.12.2018
Von Alev Doğan
Kommt er oder nicht? Bei der Deutschen Bahn wollen Beschäftigte mit einem bundesweiten Warnstreik am Montag die Arbeit niederlegen.  Quelle: Gero Breloer/dpa
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Kiel/Hamburg

„Ich gehe davon aus, dass Schleswig-Holstein und Hamburg von den Warnstreiks betroffen sein werden“, sagte der Bereichsleiter für die Region Nord bei der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Dirk Schlömer.

Bei S-Bahnen, Regionalbahnen und Fernbahnen dürfte es zu Ausfällen und Verspätungen kommen. „Die Warnstreiks werden Zugverspätungen hinterlassen, die weit über das hinaus gehen, was die Bahn sonst selber schafft“, so Schlömer. Die Gewerkschaft hat nach eigenen Angaben rund 8000 Mitglieder in Hamburg. Bundesweit vertritt die EVG etwa 160.000 Beschäftigte der Deutschen Bahn.

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Probahn rät zum Auto

Der Fahrgastverband Probahn rät Schleswig-Holsteinern daher zum Umstieg aufs Auto: „Welche Züge fahren werden und welche nicht, wissen wir leider auch nicht“, sagte der für Norddeutschland zuständige Probahn-Sprecher, Karl-Peter Naumann. „Wir wissen lediglich, dass in Stellwerken und Werkstätten gestreikt wird. Es kann sein, dass der Norden kaum betroffen ist, es kann aber auch sein, dass die Züge von Kiel nach Hamburg nur noch alle zwei Stunden fahren.“ Er rate allen Pendlern, ständig die App der Deutschen Bahn zu checken. „Und wer kann, sollte aufs Auto umsteigen“, so Naumann.

Ein Warnstreik steht bei der Deutschen Bahn an: "Was wann wo bestreikt wird, wissen wir auch nicht", sagte Probahn-Sprecher Karl-Peter Naumann. "Es kann sein, dass der Norden kaum betroffen ist. Es kann aber auch sein, dass Züge von Kiel nach Hamburg nur noch alle zwei Stunden fahren." Er rate deshalb allen Pendlern aus Schleswig-Holstein, ständig die App der Deutschen Bahn zu checken, "und wer kann, sollte aufs Auto umsteigen", so Karl-Peter Naumann von Probahn.

Zugbindung für Sparpreis-Tickets wird aufgehoben

Die Warnstreiks bei der Deutschen Bahn sollen am frühen Montagmorgen vor allem in Stellwerken und Werkstätten anlaufen. Der Warnstreik soll um 5 Uhr beginnen und bis 9 Uhr dauern. Schwerpunkt der Warnstreiks soll laut Deutscher Bahn Nordrhein-Westphalen sein.

Mit Blick auf den Warnstreik hat die Deutsche Bahn für Spar- und Supersparpreis-Tickets die Zugbindung aufgehoben. Dadurch können für Montag geplante Reisen zum Beispiel schon auf Sonntag vorgezogen werden. Die DB erstattet Tickets und Reservierungen kostenlos, wenn streikbedingt die Reise nicht wie geplant möglich ist.

Bis zur Freischaltung der Sonderhotline wird Reisenden empfohlen, sich vor Fahrtantritt unter der Servicenummer 0180/6996633 (20ct/Anruf aus dem Festnetz, Tarife bei Mobilfunk max. 60ct/Anruf), auf www.bahn.de/aktuell oder in der App DB-Navigator zu informieren.

Warnstreik bei der Deutschen Bahn: Streit um Lohnangebot

Grund für den Warnstreik bei der Deutschen Bahn ist der Abbruch der Tarifgespräche mit dem Bahn-Management. Am Sonnabend waren die Parteien in Hannover ohne Ergebnis auseinandergegangen.

Die EVG nannte ein aus ihrer Sicht zu geringes Lohnangebot des bundeseigenen Konzerns als Anlass für die Warnstreiks. Über den Umfang und die genaue Dauer sei noch nicht entschieden. Die Bahn sprach hingegen von einer „völlig überflüssigen Eskalation“. „Bei diesem Angebot den Verhandlungstisch zu verlassen, ist nicht nachvollziehbar und verunsichert völlig unnötig unsere Kunden mitten in der Weihnachtszeit“, erklärte Personalvorstand Martin Seiler.

EVG-Bundesgeschäftsführer Torsten Westphal sagte, Reisende müssten zum Wochenstart mit erheblichen Einschränkungen rechnen. „Wir kehren an den Verhandlungstisch zurück, wenn die Bahn deutlich macht, ernsthaft mit uns verhandeln zu wollen. Die jetzt angekündigten Warnstreiks werden aber nicht mehr zu verhindern sein, unsere Mitglieder sind hochmotiviert“, fügte der Gewerkschafter hinzu.

Fahrplanwechsel bei der Bahn in Schleswig-Holstein

Zum Wochenende griff bei der Deutschen Bahn zudem ein Fahrplanwechsel, der Veränderungen für Bahnfahrer in Schleswig-Holstein mit sich bringt. Auch die Preise steigen - im Fernverkehr im Schnitt um 1,9 Prozent, bei Einschluss von Sonderangeboten und Rabatten um 0,9 Prozent.

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