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Schleswig-Holstein Grüne fordern: Abgasfreie Autos ab 2030
Nachrichten Schleswig-Holstein Grüne fordern: Abgasfreie Autos ab 2030
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15:13 09.04.2019
Von Anne Holbach
E-Autos sind eine Möglichkeit, abgasfrei Auto zu fahren. Das Kfz-Gewerbe vermutet, es wird einen Mix aus vielen Technologien geben. Quelle: Marijan Murat
Kiel

Landesverkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) hält den Vorschlag für "totalen Schwachsinn". Der Grüne lasse die aktuelle Diskussion in der Industrie außer Acht. "Wenn es Hofreiter um die Umwelt ginge, wäre es ihm gleich, ob die Menschen 2030 einen Verbrenner mit synthetischem Kraftstoff emissionsfrei betreiben oder ob sie ein Elektroauto fahren, dessen Akku mit Erneuerbaren geladen wird." Auch die CDU im Land würde ein zeitliches Limit nicht mittragen. "Unverantwortlich" nennt Hans-Jörn Arp den Plan. "Wir befinden uns zurzeit in einer Phase der Übergangstechnologien – niemand kann voraussehen, welche Technologien sich langfristig durchsetzen."

Rückenwind nur aus der eigenen Partei

Rückenwind für Hofreiter gibt es nur aus der eigenen Partei: "Angesichts der weltweiten Klimakrise muss der Verkehrssektor endlich Teil der Lösung werden und nicht Teil des Problems sein", so Bernd Voß (Grüne). Mit Blick auf die Lebensdauer von Fahrzeugen werde eine Umstellung auf CO2-freie Antriebe bei Neufahrzeugen ab 2030 dringend notwendig sein.

Die Quote der E-Autos in SH liegt bei nur 0,16 Prozent

Von rund 47,1 Millionen Pkw bundesweit waren laut Kraftfahrt-Bundesamt zum Jahresanfang 83.175 Elektroautos, 36.062 reine E-Autos wurden 2018 neu zugelassen. Seit 2014 hat sich ihre Anzahl mehr als vervierfacht. Obgleich auch in Schleswig-Holstein mehr E-Autos dazukommen, lag ihr Anteil 2018 nur bei 0,16 Prozent; von 1,6 Millionen Autos im Land sind 64 Prozent Benziner und mehr als ein Drittel Diesel.

Das Kfz-Gewerbe setzt nicht nur aufs E-Auto

Jan-Nikolas Sontag vom Landesverband des Kfz-Gewerbes glaubt, dass bis 2030 zwar E-Fahrzeuge einen Teil der Verbrenner ersetzen, sie aber nicht ablösen werden. Vielmehr werde sich ein Mix von Technologien durchsetzen, bei dem auch Wasserstoff und verflüssigtes Gas eine Rolle spielen. "Der Verbrennungsmotor ist nicht per se schlecht." Schon jetzt gebe es Entwicklungen, bei denen Diesel dank synthetischer Kraftstoffe deutlich weniger Schadstoffe ausstoßen.

Hofreiters Vorstoß enthalte "planwirtschaftliche Elemente", kritisiert der Verband der Automobilindustrie. Ein fixes Enddatum für den Verbrennungsmotor macht auch für den ADAC wenig Sinn. "Staatlicherseits sollte keine Antriebstechnologie bevorzugt werden", so Sprecher Ulf Evert. Nur dann setze sich die Technologie durch, die Umweltschutz, Bezahlbarkeit und Effizienz am besten vereinen könne.

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