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Schleswig-Holstein Klage von Kieler Zahnarzt abgewiesen
Nachrichten Schleswig-Holstein Klage von Kieler Zahnarzt abgewiesen
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16:29 16.04.2019
Von Anne Holbach
Foto: Ein Zahnarzt aus Kiel hatte Jameda verklagt, weil das Portal Anfang 2018 zehn seiner positiven Bewertungen gelöscht hatte.
Ein Zahnarzt aus Kiel hatte Jameda verklagt, weil das Portal Anfang 2018 zehn seiner positiven Bewertungen gelöscht hatte. Quelle: Markus Scholz/dpa (Symbolfoto)
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München/Kiel

André von Peschke hatte gegen das Münchner Unternehmen geklagt, weil zehn positive Bewertungen über sein CMD Centrum gelöscht wurden – kurz nachdem er seine Bezahlmitgliedschaft bei Jameda gekündigt hatte. Der Kläger wertete das als Versuch, ihn für seine Vertragsauflösung zu bestrafen. Er wollte vor Gericht erreichen, dass die Rezensionen wieder im Netz erscheinen.

Jameda argumentierte dagegen, die Bewertungen seien aufgrund des Verdachts auf Manipulation gelöscht worden. Der firmeneigene Algorithmus habe Auffälligkeiten festgestellt, weswegen ein Prüfverfahren in Gang gesetzt worden sei. Das ist laut einer Sprecherin bereits zwei Wochen vor der Kündigung durch den Kläger geschehen.

Landgericht: Zeitlicher Zusammenhang genügt nicht als Nachweis

Der zeitliche Zusammenhang genügte dem Landgericht München nicht als Nachweis dafür, dass die Löschung aufgrund der Kündigung des Kieler Zahnarztes erfolgt sei. Zudem habe Jameda bereits in der Vergangenheit Bewertungen des Klägers nach Prüfverfahren offline gestellt. Die Voraussetzung für eine Wiederveröffentlichung der gelöschten Bewertungen liege nicht vor.

Jameda feiert Urteil als Erfolg

"Das heutige Urteil bestätigt einmal mehr unser konsequentes Vorgehen gegen manipulierte Bewertungen und bestärkt uns in unserem weiteren Kampf gegen Fake-Bewertungen jeder Art", sagte Dr. Florian Weiß, Geschäftsführer von Jameda. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. 

Zahnarzt prüft eine Revision

André von Peschke reagierte mit Unverständnis auf die Entscheidung. Seine Anwälte und er würden nun die Urteilsbegründung abwarten: "Wir werden dann prüfen, ob wir in Revision gehen", sagte er auf Anfrage von KN-online.