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Schleswig-Holstein Das sind die Knackpunkte im Streit
Nachrichten Schleswig-Holstein Das sind die Knackpunkte im Streit
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08:03 20.11.2017
Von Alev Doğan
Gelten bald neue Sicherheitsregeln für Traditionsschiffe? In Berlin wird heute weiterverhandelt. Quelle: Bernd Wüstneck

Keine Differenzierung:

Das Ziel der Verordnung ist es, die Fahrt auf den Schiffen sicherer zu gestalten. Aber: „Es gibt ein Grundproblem mit der Verordnung, und das ist ihre fehlende Differenzierung bei den Fahrtgebieten der Schiffe“, klagt Nikolaus Kern, Vize-Vorsitzender des Dachverbands der deutschen Traditionsschiffe GSHW. Die Regeln unterscheiden also nicht mehr, wo ein Schiff fährt. „Aber es macht eben einen sehr großen Unterschied, ob ein Boot in der Kieler Förde fährt, auf der Nordsee oder auf den Weltmeeren“, so Kern. „In der Kieler Förde braucht es nicht dieselbe Ausrüstung wie auf dem pazifischen Ozean.“ Bisher gab es eine dreistufige Differenzierung der Fahrtgebiete, die Traditionsschiffer forderten fünf, in der neuen Verordnung gibt es keine mehr.

Planungssicherheit:

An mehreren Stellen lässt die Verordnung im Kapitel „Bau und Ausrüstung“ ausdrücklich Ausnahmeregelungen zu. „Das ist ja schön und gut, aber wir möchten gar nicht mit unzähligen Ausnahmeregelungen herumhantieren“, sagt Kern. Dadurch sei man vom Wohlwollen der Sachverständigen abhängig, der nach Ermessen entscheide, ob er eine Ausnahme gelten lässt oder nicht. Kern: „Dadurch haben wir auch auf Dauer keine Planungssicherheit, denn nach Ablauf eines Sicherheitszeugnisses kann ein anderer Prüfer kommen und sagen: Nein, ich sehe hier keinen Anlass für eine Ausnahmeregelung.“

Anker und Ankerketten:

Die neue Verordnung sieht vor, dass bei vielen Schiffen die Ankerketten-Menge verdoppelt werden muss. Das ist laut Kern aus zwei Gründen „unmöglich“: Oft gebe es gar nicht genug Platz, um doppelt so viele Ankerketten aufzubewahren. Ein weiteres Problem ist das Gewicht: Thomas Kannegiesser, Eigentümer des historischen Holzseglers „Gefion“ in Laboe, sagt: „Wenn wir eine hundert Meter lange Ankerkette nachrüsten, ändert das Gewicht die Trimmung des Schiffes derart, dass es mit der Schnauze tiefer ins Wasser taucht.“

Schotten:

Traditionsschiffe müssen durch Schotten unterteilt werden, die bis zum Freiborddeck wasserdicht ausgeführt werden müssen“, heißt es in der Verordnung. Ein Schott ist eine Trennwand, die das Innere des Schiffs in Abteilungen unterteilt und das Eindringen von Wasser aus einer Abteilung in die nächste verhindert. „Viele unserer Schiffe wurden vor 100 Jahren als Ein-Bug-Schiff gebaut – in die kann man gar keine Schotten einbauen“, sagt Kern.

Crew-Ausbildung:

Laut Verordnung sollen die Anforderungen der Sportseeschifferei auch für die Traditionsschiffe gelten. Crew-Mitglieder, die zur sicheren Mindestbesatzung gehören, müssen alle zwei Jahre eine Seediensttauglichkeits-Untersuchung bestehen, ähnlich wie solche Tests, die Marine-Soldaten bestehen müssen. Auch hier wird nicht unterschieden zwischen Fahrtgebiet oder Anzahl von Passagieren. „Wir haben eine rund 400 Mann starke Stammbesetzung“, sagt Michael Saitner, Vorsitzender des Kieler Vereins-Segelschiffs „Thor Heyerdahl“. „Ich müsste dann alle drei bis vier Wochen einen zur Ausbildung schicken. Das ist schlicht nicht leistbar. Diese Menschen machen das ehrenamtlich.“

Ausblick:

Einen Teilerfolg haben die Traditionsschiffer bereits errungen: Ministerpräsident Günther und Bundesverkehrsminister Schmidt haben einen weiteren Dialog vereinbart. Vor Inkrafttreten der umstrittenen Sicherheitsverordnung dürfen demnach betroffene Vereine und Verbände sowie die Küstenländer noch einmal ihre Anliegen einbringen. Die Sicherheit müsse genauso berücksichtigt werden wie die Interessen der Traditionsschifffahrt. Diese habe für Schleswig-Holstein als Land zwischen zwei Meeren besondere Bedeutung.

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