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Schleswig-Holstein Wilfried sorgt für Sturmschäden in Schleswig-Holstein
Nachrichten Schleswig-Holstein Wilfried sorgt für Sturmschäden in Schleswig-Holstein
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18:47 15.12.2019
Von Frank Behling
Winseldorf: Ein Feuerwehrmann zersägt einen Baum, der auf vier Autos gestürzt ist. Quelle: Florian Sprenger/Westküsten-News/dpa
Kiel

Es ist ungemütlich in Schleswig-Holstein: An der Nordsee- und Ostseeküste rechnet der Deutsche Wetterdienst bis zum späten Sonntagnachmittag und -abend mit Böen über 100 Kilometern pro Stunde. Die Messstation am Kieler Leuchtturm meldete bereits eine Orkanböe von 119, das Flottenkommando in Glücksburg bis 108 Kilometer pro Stunde.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hatte zudem auf die Gefahr einer möglichen Sturmflut an der Nordseeküste hingewiesen. In Nordfriesland waren Pegelstände von bis zu zwei Meter über dem mittleren Hochwasser erwartet worden. „Das passiert schon mehrfach im Jahr“, sagte ein BSH-Wissenschaftler am Sonntag dazu. Viele Maßnahmen müsse man deshalb nicht treffen. Es handle sich um eine „kleine Sturmflut“, sagte er. „Wenn die Ebbe kommt, geht auch die Sturmflut wieder“.

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Umgestürzte Bäume in Kiel durch Sturmtief Wilfried

Der Feuerwehr Kiel hat das Sturmtief Wilfried bereits viel Arbeit beschert. 33 Einsätze gab es im Kieler Stadtgebiet von Schilksee bis Rönne.  Meistens waren es umgestürzte Bäume oder Teile von Schornsteinen und Dachkonstruktionen, die für Einsätze sorgten.

  • Kurze Schrecksekunde gab es in der Kieler Holstenstraße. Dort war ein Teil einer beleuchteten Weihnachtsdekoration abgestürzt und hatte mehrere Weihnachtsmarktbesucher knapp verfehlt. Verletzt wurde nach Auskunft der Feuerwehr aber niemand.
  • Ebenfalls durch die Feuerwehr gesichert wurde die Verkleidung einer Fußgängerbrücke an der südlichen Holstenstraße in Kiel.
  • Im Stadtteil Holtenau musste mithilfe einer Drehleiter eine Schornsteinabdeckung eines Reihenhauses gesichert werden.  
  • Im Bereich Hassee, Ellerbek und Friedrichsort gab es mehrere umgestürzte Bäume.
  • Im Eiderbrook hatte die Feuerwehr gleich mit zwei umgestürzten Bäumen zu tun.
  • In der Innenstadt sorgten lose Verkleidungen an einer Fußgängerbrücke zum Sophienhof für Arbeit.
  • In Holtenau drohte eine Schornsteinverkleidung abzustürzen.

Verletzt wurde niemand. Es blieb aber überall bei Sachschäden. Neben den drei Wachen der Berufsfeuerwehr Kiel waren auch die Freiwilligen Feuerwehren Russee und Suchsdorf im Einsatz.

Blick auf die Schifffahrt in Schleswig-Holstein

Auf dem Nord-Ostsee-Kanal bei Kiel waren am Nachmittag alle verfügbaren Schlepper zur Unterstützung der Schifffahrt im Einsatz.

Hier sehen Sie Bilder vom Sturmtief Wilfried in Schleswig-Holstein, 15. Dezember 2019.

In Kiel rückte zusätzlich auch der Notfallschlepper „Bülk“ an, um beim Einschleusen eines Gastankers zu helfen. Zuvor musste der Schlepper „Stein“ bereits als Eskorte eine britische Frachtfähre nach Brunsbüttel begleiten.

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Rund um Rendsburg: Dachziegel wehten auf Straße

Auch im Kreis Rendsburg-Eckernförde gab es für die Feuerwehr viel zu tun: Zu 37 Einsätzen rückten die Freiwilligen aus.

  • Styroporplatten lösten sich von dem ehemaligen Hertie-Gebäude in Rendsburg.
  • Beim Punschwald auf dem Altstädter Markt in Rendsburg fielen Gitterzäune um. 
  • In Rendsburg-Mastbrook knickte eine etwa zwölf Meter hohe Fichte um.
  • In Osterrönfeld, Bovenau und Haßmoor fielen Bäume auf Straßen.
  • In Büdelsdorf wehte das Sturmtief vom Gebäude der Carlshütte etliche Dachziegel auf die Hollerstraße. Für die Aufräumarbeiten wurde die Straße von 15.40 bis 18 Uhr gesperrt.

Altkreis Eckernförde: Wind drückte Anhänger in Graben

Schwere Sturmböen haben die Feuerwehr und die Polizei im Altkreis Eckernförde am Sonntag auf Trab gehalten. Sie mussten zu mehreren Einsätzen ausrücken, weil Bäume auf Straßen gestürzt waren, etwa in Altenhof, Noer und Rieseby. Auf der Bundesstraße 503 drückte der Wind einen Anhänger in den Graben.

  • Auf der B503 zwischen Scharnhagen und Sprenge wurde der Anhänger eines Autos von der Straße geweht, berichtete Polizeisprecher Kai Kröger. Verletzt wurde aber niemand.
  • Bäume waren auf Straßen in Noer, Altenhof und Rieseby gestürzt. Mindestens drei Bäume stürzten auf der Bäderstraße und der K14 um und versperrten Straßen.
  • Auch die Wehren Strande und Altenholz rückten zu Sturmeinsätzen aus.
  • Die Feuerwehr Eckernförde wurden zu einem umgestürzten Bauzaun in der Straße Vogelsang gerufen.

Umgestürzte Bäume im Kreis Plön

„Im Kreis Plön sind die Feuerwehren minütlich im Einsatz, um umgestürzte Bäume und Äste von den Straßen zu entfernen. Es rufen viele Leute an“, fasst der Pressesprecher der Kreisfeuerwehr, Gerhard Bock, die Sturmschäden am Sonntagnachmittag zusammen. Schwere Sturmböen hätten insbesondere Schäden im Norden des Kreises, an der Küste, von Laboe bis Plön angerichtet.

Im südlichen Binnenland, etwa im Gebiet um Preetz, sei die Lage etwas ruhiger. „Größere Einsätze haben wir bisher zum Glück noch nicht“, so Bock. Auch die Polizei-Leitstellen meldeten auf Nachfrage mehrere umgestürzte Bäume im gesamten Kreis Plön sowie im Kreis Ostholstein.

Sturmtief Wilfried: So ist die Lage im restlichen Schleswig-Holstein

Auch außerhalb von Kiel entfaltet Sturmtief Wilfried ganze Kraft: In den Kreisen Schleswig-Flensburg und Steinburg gab es am Nachmittag an mehreren Stellen Behinderungen durch umgestürzte Bäume.

In Winseldorf (Kreis Steinburg) entwurzelte der Sturm eine rund 15 Meter hohe Buche. Der Baum begrub beim Umfallen vier Autos unter sich, die auf einem Parkplatz abgestellt waren. Nachdem die Feuerwehr den Baum entfernt hatte, zeigte sich das Ausmaß des Sturms: Drei Fahrzeuge sind ein Totalschaden, ein weiteres Auto wurde nicht so stark beschädigt.

Auch in Flensburg waren Bäume durch den Sturm umgefallen. Die Feuerwehr rückte aus und zerschnitt die Bäume mit Motorsägen.

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